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Nachfolge gepredigt zu Altzionskirche Philadelphia 17. 9. 2006

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14. Sonntag nach Trinitatis – 17. September, 2006

Lutherische Kirche zu Alt Zion

Jesajah 50:4-9a Psalm 116:1-8 Jakobus 3:1-12 Mark 8:27-38

 

Das letzte Mal haben wir gehört, dass der Glaube vom Hören abhängt. Zwar scheint das Schwergewicht in der deutschen Übersetzung in dieser Hinsicht mehr auf der Predigt zu liegen. Da heisst es, “So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi” (Röm. 10:17). Direkt aber danach heisst es: “Haben sie es nicht gehört?” Wir wollen daher hier unser Hören unterstreichen. Und das Evangelium ist recht gepredigt, wenn Du Dein Gott zu Dir sprechen hörest!” wie Luther gesagt hat. Denn Gott ist kein Lehrling oder Jünger, sondern ein Meister sondergleichen, und daher, egal wie schwer unserer Sorgen sein mögen, kann Gottes Wort unsere Herzen erheben. Daher haben wir auch den Zuspruch in der Liturgie: “Die Herzen in die Höhe” und Ihr singt zur Antwort: “Wir erheben sie zum Herrn”. Das Wort Gottes erhebt unsere Herzen. Wenn wir unseren Herr-Gott zu uns sprechen hören, erhebt er unsere Herzen. Daher sind wir nicht mehr schwer von vielen Sorgen beladen samt all’ den Schwierigkeiten, die uns täglich belasten.

Unser Untergehen und wieder heraufkommen im Zuhören ist ein Tauf-geschehen und daher reden wir mit einer getauften Sprache und zwar, mit getauften Ohren können wir nun hören. Dadurch können wir auch andere trösten, denn auch unsere Worte werden diese Tragfähigkeit haben, wovon ich das letzte Mal gesprochen habe. Wenn wir vom Heiligen Geiste getragen werden, dann sprechen wir hilfreiche Worte, die die Sorgen und Schwierigkeiten des Lebens in unseren Nächsten verschmelzen. Dann können wir mit erleichterten Herzen gen Himmel schauen und Gott danken, loben, und preisen, denn er erhebt unsere Herzen.

Wir kommen in unseren heutigen Lesungen zur Frage der Nachfolge, und wir flehen um die Gnade Gottes, uns in die Nachfolge Christi zu verhelfen. Denn nicht nur das Zuhören, sondern auch die Nachfolge bringt uns wieder in ein beängstigendes Tauf-geschehen hinein. Denn direct unser menschliches Denken zuwieder, sagt Jesus, “Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren, aber wer sein Leben verliert um Christus willen oder des Evangeliums willen, der wird es erhalten” (Mark 8:35). In der Nachfolge Christi tauchen wir wieder unter und wir kommen wieder hoch zum neuen Leben.

Mit Petrus bekennen wir “Du bist Christus der Herr” und wir sind deine Lehrlinge, deine Jünger O Jesu. Du bist unser Heiland und wir öffnen unsere Ohren samt unsere Herzen, damit Du in unsere Herzen hinein kommen kannst um uns zu regieren mit deinem allmächtigen Glauben, Hoffnung, und Liebe.

Mit der Nachfolge kommt aber auch das Leiden, aber ein Leiden, das uns in einer überraschenden Weise fröhlich macht. Denn wenn Jesus Christus in unserem Herzen voll Liebe herrscht, dann werfen wir alle unsere Sorgen auf Ihn, denn er sorgt für uns, er leidet für uns.

Die Qual und die Schmerzen, die man in der Folter erdulden muss, sind für mich undenkbar. Ein Freund von mir namens Tschenu Farfasani, ein Lutherischer Pastor, den ich während meiner Doktorarbeit kennengelernt habe, ist in Süd Afrika gefoltert worden und ich fragte ihn, wie er so etwas überhaupt aushalten und überleben konnte. Er antwortete, dass der Schmerz nur eine Weilchen dauerte und als er das Bewustsein verlor, sah er ganz konkret, wie Jesus zu ihm kam und die Schmerzen der Folter für ihn weiter übernahm und erduldete.

Jesus gibt uns die Einladung ihm zu folgen, d.h., Nachfolge zu leisten, auch unser Leidenskreuz auf uns zu nehmen und zu tragen. Das Kreuz war eine römische Folter, nicht wahr, die durch Christus Sterben und Auferstehung in ein Symbol der Liebe Gottes wunderlich verwandelt worden ist. In diesem Lichte hören wir die Worte Jesu: “Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren, aber wer sein Leben um Christus willen und um des Evangeliums willen verliert, der wird’s erhalten” (Wiederum Mark 8:35).

Warum? Weil Jesus Christus die Quelle des Lebens ist und wir alle von dieser Welt uns täuschen lassen, in dem wir meinen, dass diese Welt die Macht des Lebens in sich hat. Meistens müssen wir bekennen, dass wir viel mehr überzeugt von der Welt als von der göttlichen Botschaft Christi sind.

Wir brauchen Geld, Güter, politische Macht, Essen und Trinken, Kleidung, u.s.w., natürlich und ganz bestimmt brauchen wir all diese Sachen, aber sie geben uns keineswegs das Leben. Das Leben, die Heilung, und ein erleichtertes und fröhliches Herz erhalten wir vom lieben Gott im Himmel, der seinen Sohn Jesus Christus mit der Frohen Botschaft zu uns gesandt hat, damit wir in seinem Namen etwas vom himmlischen Leben, hier auf Erden mit anderen teilen können. Natürlich ist uns bewusst, dass nur ein Vorgeschmach, nur Augenblicke, nur, (wie bei der griechischen Frau vom vorigen Evengelium,) Brosamen von unter dem Tische zu bekommen sind. Das echte Brot am Tische sitzend erhalten wir dort im Himmel, wenn unser Glaube in Sicht verwandelt wird und wenn Jesus Christus zuletzt uns zum Tische zur himmlischen Mahlzeit einlädt, und zu uns ruft (wie wir gewöhnlich zu Hause den Ruf hörten):

“Essen kommen!”

Wir müssen unsere Kleingläubigkeit bekämpfen, denn wir dienen einem grossen Gott, der Himmel und Erden geschaffen hat! Daher lehrt uns der Herre Jesu so zu beten: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden. Und daher können wir getrost glauben, dass etwas mehr Himmlisches hier auf Erden unter uns geschehen könnte, aber d.h., wenn wir Nachfolge leisten, wenn wir getrost und jetzt Christi vertraut, unser Kreuz auf unserer Schulter tragen, wenn wir wissen, dass es Christus ist, der es für uns trägt; dass es jetzt Christus ist, der unsere Krankheiten, unsere Sorgen, unser Altwerden, unsere Folter und unser Sterben auf sich nimmt und für uns stirbt, damit wir in einem göttlichen Tod-überwindenen Leben auferstehen in einer überraschenden Freude dazu, wovon wir Zeugnis unseren Nächsten ablegen. Damit das Reich unseres Gesalbten, unseres Herrn Christus auch weiter zu uns kommt durch einen reiferen Glauben, durch stärkere Hoffnung, und inbrünstigere Liebe, Gott und unsern Nächsten gegenüber, damit sein Reich zu uns komme, besonders unter uns in diesem von Gottes Wort geheiligtem Haus der Nachfolge, zu uns in die Lutherischen Alt Zions Kirchengemeinde zu Philadelphia. Amen.

Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschft des heil’gen Geistes, sei mit Euch allen, mit Euch allen. Amen. (Dieser Segen wird auch gesungen.)

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Written by peterkrey

September 21, 2006 at 7:13 pm

Posted in In German

2 Responses

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  1. Pastor,

    Are your German and English sermons the same? Thanks for posting these! It’s great study material for me!

    Josh

    Joshua

    October 11, 2006 at 2:58 am

  2. Dear Josh,
    Sometimes I write the German one first and then follow it pretty much with the English and sometimes I do it vice versa. But I find that the language forces me to make it somewhat different.

    Today, for example I translated the All Saints sermon from English into German. Then I found out that the Germans consider All Saints a Catholic festival and only celebrate the Day for the Dead on the last Sunday of this month. They call it Toten Sonntag, much like the Spanish El Dia del Los Muertos. So I had to go back and avoid references to All Saints in German!

    Can you really get very much from the German? Wow! That is impressive. It is definitely not as hard as your learning Japanese!

    Love,
    pop (not as in a champaign cork!)

    peterkrey

    November 4, 2006 at 4:30 am


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