peter krey's web site

scholarship, sermons, songs, poems, weblog writing on Wordpress.com

Die Taufe Unsers Herrn Jesus Christus 7. Jan. 07 zu Alt Zion in Philadelphia

leave a comment »

Die Taufe Unsers Herrn Jesus Christus 7. Jan. 07

Jesajah 43:1-7 Psalm 29 Apostlegeschichte 8:14-17

Lucas 3: 15-17, 21-22

Während der Woche habe ich die Beerdigung vom Präsident Gerald Ford an dem Fernsehen geschaut und ich hab gestaunt wie Lutherisch die Episkopale Kirche geworden ist, wahrscheinlich durch unsere neue Cooperation. In Grand Rapids sangen sie “Valet will ich dir geben” auf Englisch, “All Glory Laud and Honor”. Dann ein neuerer Gesang, “I Shall Bear You Up on Eagles’ Wings” und dann zuletzt, wo der Sarg feierlich aus der Kirche getragen wurde, sangen alle “Ein Feste Burg ist Unser Gott”! Dadurch war ich echt bewegt. Die Familie, sowie die von Jimmy Carter, ist gläubig. Wie ausgezeichnet!

Gestern hatten wir Epiphanien, wo wir an den Stern denken, den die Weisen aus dem Morgenland sahen und dann nach Bethlehem kamen um den neugeborenen König zu huldigen. Als Geschenke brachten sie Gold, Weihrauch, und Myhrr. Welch ein herrlicher Feiertag!

Im Epiphanien feiern wir die Erscheinung des Lichtes, in der öffentlichen Kundgebung von Christus, dem Sohn Gottes zur Welt, Christus das Licht der Welt. In neuerer Zeit feiert die Kirche das Kommen der Weisen oder der Drei Könige, anders gedeutet für Epiphanien; früher feierte sie die Hochzeit zu Kana, wo Jesus das Wasser in Wein verwandelte um seine Herrlichkeit zu offenbaren; und früher noch, feierte die Kirche Epiphanien mit der Taufe Christus von Johannes der Täufer. Diesem frühen Brauch der Kirche wollen wir Heute folgen.

Luther hat ein Lied darüber componiert, womit er uns auch lehren wollte “Was die Taufe sei, Wer sie gestiftet hat, und was für Nutz sie hat,” um seine Worte zu gebrauchen.[1] Wir kennen das Lied nicht in unserer Gemeinde, aber ich will einige Strophen näher betrachten. Die erste Strophe:

Christ, unser Herr zum Jordan kam

Nach seines Vaters Willen,

von Sankt Johann die Taufe nahm

sein Werk und Amt zu erfüllen.

Da wollt er stiften uns ein Bad,

zu waschen uns von Sünden,

ersäufen auch den bittern Tod

durch sein selbst Blut und Wunden,

es galt ein neues Leben.

Durch diesen Bad der Taufe gab uns Christus den Weg durch den Tod zum neuen Leben. Mit seinem Blut und Wunden hat Jesus unser Tod getötet und in dieser Taufe wird unser alter Adam und alte Eva verloschen, und aus dem Wasser heraus steigen wir die neue Kreatur in Christus.

Die zweite Strophe:

So hört und merket alle wohl,

was Gott selbst Taufe nennet,

und was ein Christe glauben soll,

der sich zu ihm bekennet.

Gott spricht und will, dass Wasser sei,

doch nicht allein schlicht Wasser,

sein heiligs Wort ist auch dabei

mit reichem Geist ohn Massen:

der ist allhier der Täufer.

Nun hier gilt es wie im Katechismus: Gott will dass wir mit Wasser taufen, aber es soll nicht schlicht Wasser sein, d.h,. nicht Wasser allein, sondern mit Gottes Wort gefasst und mit Gottes Wort verbunden. Wenn Luther vom Wort Gottes spricht, meint er auch den Hl. Geist dabei, denn er glaubt an den konkreten Geist, philosophisch ausgedrückt. Wir können aber ruhig sagen, die Worte in, mit, und bei dem Wasser sind vom Hl. Geist gefüllt sondermasen. Diese Strophe reicht für alles was ich weiter Heute predigen werde.

Im Psalm für den heutigen Sonntag heisst es: “Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern, der Gott der Ehre donnert, der Herr über grossen Wassern” (29.3). Das hört sich an wie bei der Schöpfungs Geschichte. Die Sprache des Herrn wirkt unsere Schöpfung. Wie gesagt im 33. Psalm, “Gott spricht, so geschiet’s, wenn er gebietet, so steht’s da” (33:9). Am Anfang der Schrift steht geschrieben, “Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Der Geist Gottes auf Hebräisch lautet, Ruach Elohim, auf Griechisch, Pneuma, Pneuma to Hagion. Und Gott sprach, “Es werde Licht und es ward Licht”, Jehi Or wa Jehi Or. Der Hl. Geist ist auch im Worte Gottes, wie wir Atem, Atemzüge, Luft brauchen für unsere Stimme und um Laute mit unserem Mund zu machen. Wenn man ein ”P” mit seinen Lippen macht, kann man die Luft fühlen, wie sie aus unseren Lippen kommt. Der Hl. Geist ist auch als ein Wind, ein blasen vom Munde Gottes verstanden. Auf Englisch ist es leichter zu verstehen: the wind was considered the breath of God. So durch sein Sprechen hat Gott die Welt in einer sonderbaren Art und Weise geschaffen und er schafft sie noch weiter bis auf Heute; und nicht nur die Welt, sondern auch wir; und zwar schafft er uns durch die Taufe.

Daher in der Taufe ist das Wort Gottes gesprochen in, mit, und bei dem Wasser, damit eine neue Kreatur heraussteigt von Gott geschaffen durch das Wort, durch die Stimme Gottes.

Wiederum sagt Luther im Katechismus: “Wie kann Wasser solch grosse Dinge tun? Wasser tut’s freilich nicht, sondern das Wort Gottes so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser traut. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlicht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist’s eine Taufe, das ist ein gnadenreiches Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im Hl. Geist.” Ich will diese Geburt im Hl. Geist unterstreichen.

Luther sagt weiter, Was bedeute denn solch Wassertaufen? Es bedeutet dass der alte Adam, und ich ergänze, die alte Eva, in uns durch tägliche Reue und Busse soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe.”

Dabei wird unsere Erbsünde verschollen, wie auch die Sünden die wir begangen haben. Durch Gottes Wort wird das Wasser lebendige Vergebung und dadurch sollten unsere Herzen mit Wärme und Liebe zu Gott übergehen.

In dieser Taufe im Hl. Geist werden wir in unseren Sündenfall aufgefangen und durch die Kraft Gottes steigen wir wieder herauf in dem Wohlgefallen Gottes. Wenn wir in Christus sind dann spricht Gott auch die Worte über uns durch den offenen Himmel: “Du bist mein lieber Sohn oder Du ist meine liebe Tochter, an dir hab ich Wohlgefallen.”

Wir müssen genau zuhören. Hier ist auch von der Taufe im Hl. Geiste die Rede. Daher muss das Wort vom Hl. Geist gefüllt sein, denn unsere Worte können auch geistlos und ohne Glauben gesprochen und gehört werden. Aber noch mehr, in der Apostelgeschichte, waren die Gläubigen nur auf den Namen des Herrn Jesus getauft und daher haben Petrus und Johannes für sie gebetet, dass sie auch den Hl. Geist emfangen würden.

Unser Augenmerk muss auch auf das Beten fallen, denn es heisst, nachdem Jesus getauft war und betete, da tat sich der Himmel auf und der Hl. Geist führ danieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube (Lukas 3:21-22).

Johannes der Täufer sagt auch dass die Taufe vom Christus nicht nur Wasser, aber auch eine Feuertaufe, eine Taufe im Hl. Geist sein würde.

Wenn wir Angst davor haben ist’s ganz natürlich. Ich hab auch Angst vor solch einer Taufe. Aber wir müssen beten dass Gott unser Vertrauen stärker macht, denn das Sterben in Christus bedeutet neues Leben. Wir brauchen eine gewisse Bereitschaft zu sterben damit wir dann aus der Auferstehungskraft Gottes leben können. Das heisst, beten, beten, beten. Denn auf Gottes Segen ist alles gelegen.

Einmal in Cincinnati mit Les Schulz wurden wir älteren Mitarbeiter tief bewegt in der Begegnung Gottes. Als wir zurück zu den jüngeren Mitarbeiterkreis gekommen sind, und wollten dann weiter beten, haben plötzlich alle von den jüngeren Mitarbeitern geweint. Der Hl. Geist hat uns überwältigt mit einer neuen Kraft der Liebe, aber auch einer Kraft des Lebens.

Wenn wir Jesus echt nachfolgen, dann erfahren wir sehr bald wie wir garnicht dazu fähig sind. Die Schwierigkeiten gehen über uns hinweg, sowie eine Flut. Wir gehen unter. Aber dann rufen wir an Jesu Namen und der Herr reicht uns seine Hand, wie bei Petrus auf dem Wasser laufend und plötzlich sinkend, und zieht uns wieder hoch. Denn der Herr gibt den Seinen eine neue Kraft. Wie er die Welt noch weiter schafft, so auch uns. Gott ist noch nicht mit uns fertig. Mit Wasser sind wir getauft, aber durch das Wort Gottes steht unser Feuertaufe und unsere Taufe im Hl. Geist noch davor. Helf uns lieber Herre Gott, denn Du bist Freundlich und deine Güte währet ewiglich. Amen.


[1] Markus Jenny, Luthers Geistliche Lieder und Kirchengesänge: Ergänzung zu Band 35 der Weimarer Ausgabe, (Wien: Böhlau Verlag, 1985), p. 299.

Advertisements

Written by peterkrey

March 6, 2007 at 7:34 am

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: