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Ansprache für die Bestattung von Frau Frieda Frischbutter am 8.8.1974 die Sanct Annen Kirche zu Dahlem

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Ansprache für die Bestattung von

Frau Frieda Frischbutter am 8.8.1974 in Wilmersdorf

Liebe Frau Hahne!

Wir wollen jetzt gemeinsam unseren Abschied von Frau Friede Frischbutter nehmen, die wir am Herzen haben weil wir immer dort in der Hammersteinstrasse No. 8 Besuche gemacht haben um diese Frau nicht zu verlassen, nicht sich selbst zu überlassen. Jetzt sind wir hier um auch unsere Dankbarkeit für ihr Leben und Leiden zu erweisen – unter dem Zeichen des Kreuzes – weil keine Andere hier sind und wir fühlen uns wie armselige, verlassene Geschöpfe des Herrn. Wie viele sterben so vergessen, sich selbst schon vergessen habend bevor man schon gestorben ist! Daher ist unser Text Römer 147ff.

Denn unser keiner lebt sich selber,

und keiner stirbt sich selber.

Leben wir so leben wir dem Herrn;

sterben wir so sterben wir dem Herrn.

Darum wir leben oder sterben,

so sind wir des Herrn.

Denn dazu ist Christus gestorben

und wieder lebendig geworden,

dass er über Tote und Lebendige Herr sei. (14.7-9)

Vor unseren Augen sehen wir ein Menschenkind sehr isoliert und auf sich selbst verlassen, obwohl sie sich selbst nicht tragen konnte und obwohl sie sich selbst vergessen hatte. Sie war einsam und verlasssen von den Mitmenschen. Andere worden bezahlt um sie zu betreuen, sonst hätte Keiner mehr etwas mit ihr zu tun gehabt.

Aber es ist nicht so. Wir danken Gott, dass wir nicht ganz und gar verlorren sind. Keiner lebt sich selber wenn wir das Anliegen von Jesus Christus selbst aufnehmen und Barmherzigkeit an seine Vergessene der Erde nehmen.

Denn besonders die, die die Welt vergisst, kann Gott nicht vergessen. Sein Herz wird gross. Es ist nur Mal so, dass Gott unser Herr uns durch diese seine Geringsten und diese seine Verlorenen uns begegnet. So hat Er es sich ausgedacht, dass alle seine Gnade und Barmherzigkeit spüren und erleben.

Dass wir die Geborgenheit in ihm erkennen und erleben, hat Er seine Schöpfung unter dem Gesetz der Liebe beschlossen – dass Er uns in der liebe Frau Frischbutter begegnet – und aus keine mehr habende, keine die viel zu geben hat, und die in der Stellung wär sich selbst helfen und andere helfen zu können.

Doch ist diese Frau von Gott erwählt worden uns seine Liebe spüren zu lassen. Hier sind nur von der grössten Erreichnissen des Menschlichen Lebens die Sprache und durch das Leben, Leiden, und Sterben dieser Frau, als ihrer Verdienst, sind wir solch herrliches Teilhaftig geworden.

Trauern können wir für uns selbst, die wir Gott nicht sehen weil Er in der Liebe verborgen ist, und wir so sehr an unseren alten Menschen gehaftet sind, der aus sich selbst leben will, und seine eigene Interressen und Gewinn im Auge behält, und dadurch sein eigentliches Sinn des Lebens verfehlt, die aller kostbarste Perle nicht findet.

Unter uns Menschen gibt es auch den Abgrund. Dass Menschen so elend und verlassen sterben, dass wir nicht Sinn und Plan Gottes in vielen menschlichen Verhältnissen spüren, denn keine haben die Aufgabe aufgenommen dem Herrn zu leben und zu sterben in dem wir das genau umgekehrt machen, wie es sagt von unseren Herrn – denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden – erst gestorben – erst sich selbst gestorben um Herrn über Leben und Tod zu werden, aus Gott dann leben zu können anstatt aus sich selbst oder sich selbst leben zu wollen….

Hier brechen die Worte ab. Es kann sein dass ich Paar Blätter verloren habe. Das Folgende ist eine spätere Entwicklung dieser Gedanken bei der Bestattung von Charlotte Martha Peetz 29.8.1974.

Liebe Cousine, liebe Freunde der Verstorbene,

Diese letzte Jahre hat Charlotte Peetz im Roten Kreuz Heim gelebt und jetzt ist sie verstorben.

Es freut mich dass sie gekommen sind um in ihrer Trauerfeier Anteil zu nehmen. Denn oft sind die verlassen auf Erden, diejenigen die grosses an uns tun können. Die alte Menschen in dem Heim dürfen wir nicht vergessen und daher mit Dankbarkeit sammeln wir uns hier um an dieser Frau zu denken und unsere Dankbarkeit zu erweisen, dass Gott Menschen nicht vergisst, wenn Menschen seinen Auftrag annehmen und von seiner Liebe her getrieben die Vergessene der Erde aufsuchen, finden, und besuchen.

Unser Text lautet: Römer 14 7 ff. (Siehe oben!)

In den Heimen leben die Menschen isoliert und auf sich selbst verlassen, wie andere bezahlt werden diese zu betreuen. Aber Dir, O Gott, danken wir, dass wir gesandt sind Barmherzigkeit für die Vergessene der Erden zu erweisen.

Gott hat seine Schöpfung unter dem Gesetz der Liebe beschlossen, dass alle, auch die Geringsten der Erde eingeschlossen werden.

Diese hat Gott auserwählt, die die Nichts haben, die kaput und verlassen sind, die so lange von den Mitmenschen vergessen sind, bis sie sich selbst vergessen, durch diese begegnet uns Gott selbst.

Die Geringsten, die Verlorenen sind auserwählt für diese hohe Würde. Es ist deren Verdienst, wenn Gott auch Heute sich unter uns Menschen bewegt.

Für uns sollen wir trauern. Der Abgrund steht vor uns und wie viele Menschen rutschen herein! Wir heben aber unsere Augen auf zu den Bergen, woher unsere Hilfe kommt: seine Berge der Güte, seine gute Abgründe.

Die die nicht erreicht worden sind, rutschen den Abgrund herein; aber Gottes Berge der Güte trösten uns während wir weiter in seinem Auftrag arbeiten werden.

Gott ist in uns und bei uns, wenn Er in uns lebt. Das Leben Gottes in uns ist die ungefärbte Liebe und Wahrheit in uns: wir können nicht aus uns selbst leben.

Daher in der Liebe hat Gott beschlossen, wie wir ihn begegnen: im Gottes Auftrag gesanten begegnet Gott folgender Massen:

In den Armen, sein Reichtum

in den Gefangenen, seine Freiheit

in den Verworrenen, seine Besinnung

in den Geisteskranken, seinen hl. Geist

in den Toten, seine Lebensfülle.

Die Geringsten, die Er in seiner Liebe eingeschlossen hat, sind wahrscheinlich nicht die Armen oder Vergessenen oder Verlassenen der Erde, sondern die Toten – aber anderseits können die Toten so gewaltig sein, dass sie Mächte werden die alles unter uns „Lebenden“ bestimmen können.

Keiner lebt sich selber und keiner stirbt sich selber, das heist, erstens: wir brauchen einander. Isoliert und vergessen zu werden bringt uns in menschen-unwürdigen Verhältnisse hinein.

Zweitens: Gottes Plan will alle Menschen in seiner Liebe einschliessen. Keiner soll vergessen werden. Die Geringsten, die aller ärmsten, die die alles verloren haben und von den Mitmenschen vergessen sind, erwählt daher Gott um durch sie uns zu begegnen. Daher obwohl diese uns nichts zu geben haben, können wir die aller wichtigste, der aller höchsten Wert der Erde bekommen – nämlich Gott zu begegnen – zu spüren.

Drittens: Wir sind gesandt um Menschen zu erreichen in der Huld der Gottesbegegnung. Es gibt zwei Abgründe: erstens, die Berge der Güte und Gnade Gottes, und zweitens, unsere bösen Abgründe, die keineswegs die Guten verschlingen können. Gott behält den Sieg.

Weitere Entwickelung dieser Gedanken für die Bestattung von Frau Emma Doede am 15. Oktober, 1974

Ein Wort vom Römer Brief möchte ich bei dieser Gelegenheit lesen:

Denn unser keiner lebt sich selber,

und keiner stirbt sich selber (Römer 14 7).

Wir nehmen Abschied von der Frau Emma Doede und wissen nicht viel von ihr Leben. Wir haben ihr nur im Heim ein Paar Mal gesehen. Sie war immer sehr traurig und dann hab ich sie im Sterben gesehen. Ich hab Blumen für sie hingestellt, ob sie es sah, weiss ich nicht.

Doch wollen wir mit Dankbarkeit wieder Gottes Wort hören, denn es hat ein Sinn hier zu sprechen. Wir brauchen nicht zu schweigen.

Obwohl Menschen so isoliert bei uns sind und scheinbar so leiden, weil sie in unseren Verhältnissen gezwungen sind sich selber zu leben, haben unsere Besuche und unsere Mühe für diese Menschen einen Sinn. Weil Gott barmherzig ist, sind wir geschickt zu diesen Menschen, die geringsten der Erde, die vergessenen, die isolierten, die so arm dran sind.

Gott hat diese auserwählt um durch sie uns mit seiner Begegnung zu beschenken. Durch die Vergessene und die Geringsten der Erde, begegnet er uns. So hat es Gott geregelt in seinem Gesetz der Liebe um alle in seiner Liebe einzuschliessen. Nicht von den viel habenden können wir das grösste Geschenk möglichst bekommen – nur von diesen Geringsten der Erde ist das möglich. Ja, das grösste Gut auf Erden ist nur möglich von diesen Vergessenen der Erde zu erhalten – dass wir Gott spüren und erleben, dass das Leben Gottes uns gegeben wird, das Leben Gottes in uns wohnt und Gottes ungefärbte Liebe in uns bleibt.

Es ist interessant zu denken wie wir beschenkt werden von den Vergessenen der Erde. Um eine Liste zu machen, meine ich:

von dem Armen, erhalten wir sein Reichtum

von den Gefangenen, seine Freiheit

von den Irrenden, seine Richtlinien

von den Verworrenen, seine Besinnung

von den Trauernden, seine Freude

von den Kranken, seine Gesundheit

von den Toten, seine Lebensfülle, usw.

Darin sehe ich solch ein grossartiger Gott, so barmherzig, so zu schätzen! Wer würde nicht sein Leben geben um ihn zu dienen? Wer würde nicht seinen Auftrag annehmen um ihn zu spüren, um ihn einmal in den Gesichtern der Menschen, wie sie auf seinen Beauftragten, von der Liebe bewegt und gesandt, warten?

Wie Emma Doede ihm ganz gehörig worden ist, wollen wir auch sein. Amen.

Lasst uns beten: Für dieses Menschenkind, Emma Doede, geben wir Dir Dank und Lob. Dass Du uns alle in deiner Liebe eingeschlossen hast, dafür wollen wir danken. Dass Du die Geringsten der Erde auserwählt hast, um duch sie uns zu begegnen, dafür wollen wir Dich loben und preisen, denn es ziegt, lieber Gott, wie grossartig Du bist!

Stärke unseren Glauben, dass wir in deiner Liebe beauftragt, die Geringsten der Erde zu besuchen und an deren Schicksal Anteil zu nehmen fähig sind. Durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn; der behüte unsere Seelen und dessen der Verstorbene. Amen.

Gebet am Grab: Wir danken Dir, O Herr Gott, dass Du alle die Boten des Todes und den Tod selbst überwunden hast durch die Liebe deines Sohnes Jesus Christus. Du hast uns dadurch von den Todes Mächten erlöst und befreit, um frei von Angst und Sorge unter den Menschen in der Liebe tätig zu werden. Nimm auf die Seele von Emma Doede, dass sie in deine Freude aufgehen kann. Durch das Kreuz unsers Herrn Jesus Christus beten wir. Amen.

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Written by peterkrey

August 11, 2009 at 7:41 am

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