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Weihnachtspredigt für Manteca 2003, German Christmas Sermon for Manteca 2003

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Deutscher Weihnachtsgottesdienst Predigt in Manteca

Ersten Advent, Nov.30, 2003

Lukas 2:1-20.  Pastor Peter D. S. Krey, PhD.

Wir versammeln uns noch einmal um das Wort Gottes zu hören, wie die Geschichte von der Geburt Jesus Christus immer neu zu erzählen ist. Manchmal bleibt’s nicht beim Wort, sondern am Heilig Abend gibt’s auch Weihnachtslieder, manchmal ein Krippenspiel, und festliche Musik die echt durch unsere Seele dringt.

Einmal bin ich auf der Wittenberg Universität in solch einen Heilig Abend Feier gewesen, wo im heiligen Glanz des Lichts der glühenden Kerzen, der Chor in einen Engel Chor sich verwandelt hat, der Himmel öffnete sich, und im Lichte der Kerzen rief der Engelschar, Gloria in Excelsis! Und die Klarheit des Herren leuchtete um uns, und wir haben halt selbst die Geschichte erlebt, die da geschehen ist, wie uns der Engelchor kundgetan hat. Daher hilft öftermals ein Krippenspiel, weil dadurch das Wort nicht im Himmel bleibt, sondern wieder auch weiter Fleisch unter uns wird, damit die frohe Botschaft sich in unseren Herzen hinein dringt für unsere neue Zuversicht und frishe Hoffnung im Glauben.

Ja, es gibt Hirten in dieser Gegend, die hüten des Nachts ihre Herden. Manteca ist solch eine Gegend, und diese Gemeinde ist solch eine Herde, und die Engeln offenbaren die Frohe Botschaft den Hirten, die sie dann der Gemeinde offenbaren, hier wiederum auf Deutsch. Auf Deutsch, nicht wegen der Nostalgie oder Heimweh, sondern in der deutschen Muttersprache damit diese Liebe und frohe Botschaft von Gott in unser innersten Herzen ankommt. Dann bekommen wir frischer Glaube und neue Hoffnung auch hier in Californien.

Wenn wir dann weiter als das Wort gehen und die deutschen Weihnachtsliedern betrachten, erfindet sich dass Martin Luther die ersten drei Lieder des Evangelischen Kirchengesangbuches selbst gedichtet und componiert hat! Er meinte dass wenn wir diese Geschichte der Geburt Gottes echt betrachteten, dann verschmälzen wir innerlich in der Freude Gottes. Daher schrieb Luther:

Gelobet seist Du Jesus Christ,

dass du Mensch geworden bist

von einer Jungfrau, das ist wahr,

des freuen sich die Engelschar, Kyrieleis!

Und wieter!

Vom Himmel kam die Engelschar,

erschien den Hirten offenbar

sie sagten ihn ein Kindlein zart,

das liegt dort in der Krippen hart.

Und natürlich gibt es auch: “Von Himmel Hoch da komm ich her!” Das Lied stellt eigentlich ein Luther Weihnachtskrippenspiel dar.

Wenn wir Luthers Krippenlied suchen, “Away in the Manger,” dann suchen wir vergeblich, denn er hat es nicht, sondern jemand in Pennsylvanien hat es in seinem Namen gedichtet, und zwar für Luthers 400. Geburtstag in 1883. Aber es ist gans in Luthers sinn verfasst: so schlicht und einfach, so zart und intim, so vertraut und voller Liebe wie seine Lieder es sind.

Zum Beispiel, singt Luther:

Jesu, Jesu

dein sein, aber O ewig

Liebe mich, als wie ich dich

mehr begehre ich nicht.

Das erinnert an dem Psalmist: “wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden.” (Psalm 73:25)

In der deutschen Sprache können wir uns mit Luther verschmälzen und uns in dem Christkindlein verlieben und welch eine dufften Versöhnung mit Gott! Als ich in Deutschland war, haben wir immer “Duffte, duffte!” gesagt. Eine Holländerin sagte immer “Prachte, prachte!” Diese Versöhnung mit dem HerzJesulein Gottes ist echt  “Prachte, prachte!”

Der almächtiger Gott, den diese ganze Welt nicht fassen kann, ist zu uns kommen in einer armen Krippelein. Und wir dürfen das göttliche Kind beherzen und auch betrachten an der Brust der lieben Jungfrau Maria. Und die ganze Welt wird gesättigt mit diesem Kindlein an der Brust Marias, meint der Luther. Wie kann man solch grossartiges fassen? All unser Herzenshunger, all unser Seelendurst, der Hunger der Welt wird so gesättigt. Hallelujah!

Gott ist Mensch geworden um mit uns zu leiden und um alles was uns betrübt mitzutragen, nicht nur solch eine armseligen Geburt in Bethlehem, sondern auch für uns zu sterben am Stam des Kreuzes. Aber gestärkt in dieser unbeschreiblichen Freude, sagt Luther:

das Christen Herz auf Rosen geht,

wenn’s mitten unterm Kreuze steht. (WA 35:585)

Aber hier zu Weihnachten dürfen wir den Schöpfer aller Ding beherzen wie ein neugeborenes Kind. Ja, das Christkind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Welch eine heiligen Zeit, mit so viel Zuversicht und Freude vertraut, weil wir zu Gott kommen können in dem wir das Jesukindlein an seiner Mutterbrust betrachten und in dieser lieblichen Versöhnung auch gesättigt werden!

Ich glaub dass der Luther auch “Joseph, lieber Joseph mein” gedichtet und componiert hat! Auf jedem Fall hat er’s auch in seinem Krippenspiel “Vom Himmel Hoch da Komm ich her” verwendet.

Versetzen wir uns jetzt in Luther’s Krippenspiel: Maria und Joseph sitzen vorne in der Kirche und wiegen die Krippelein und Maria singt:

Joseph, lieber Joseph mein

hilf mir wiegen mein Kindelein

Gott der wird dein Lohner sein

im Himmelreich, der Jungfrauen Sohn Maria.

Und dann singt Joseph:

Gerne lieb Maria mein

helf ich wiegen dein Kindelein

dass Gott muss mein Lohner sein

im Himmelreich, der Jungfrauen Sohn Maria. (WA 35:258)

Und die frohe Botschaft in diesem Wiegenlied, in diesem Kinderlied, bringt Versöhnung in einer echten überraschenden Art und Weise: Gott das Kindlein in der Krippe, im Himmelreich, Gott Jungfrauen Sohn Marias sitzend zur rechten Gott des almächtigen Vaters. Was für ein Lohn kann uns der Schöpfer aller Ding aus seinem Himmelreich bescherren? Antwort:

Jesu, Jesu

dein sein, aber O ewig

Liebe mich, als wie ich dich

mehr begehre ich nicht.

Denn jetzt versöhnen wir uns mit ihm und – betrachten ihn froh als er da liegt – auf Heu und auf Stroh – und von uns als ein Baby beherzt wird.

Welch eine Freude muss es für Luther gewesen sein, ein Krippenspiel wie “Vom Himmel Hoch” herzustellen! Da sind Kinder. Sie sind alle aufgereizt. Der der den Engel spielt muss vorne dran. “Shshshsh, ruhig sein!” Maria und Joseph singen das Wiegen Lied. Shushushu.

Shusanni, shusanni, shusanni.

Das Kosenamen “Ninni” worde das Kindlein gegeben. Shusanni, shusanni, shusanni. Joseph lieber Joseph mein!

Dann singt der Engel mit heller Stimme:

“Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär”

So singen die Engel zu den Hirten:

Dann im fünften Vers müssen die Kinder aufpassen für ihren Zeichen hereinzukommen:

“So merket nun das Zeichen recht!”

fängt die Strophe an. So jetzt können die Kinder zur Krippe wo Joseph und Maria und die Engel schon singen. Und nun singen die Kinder mit:

“Lasst uns fröhlich sein und mit den Hirten gehen hinein.”

Und als die Kinder zur Krippe kommen gucken sie in die Krippe hinein und bewundern das Christkindlein. Und Luther meint das wir auch mit den Kindern in die Krippe gucken dürfen, und wie die Kinder das Christkindlein bewundern:

Merk auf mein Herz und seh dorthin

was liegt dort im Krippelein?

Wes ist das schöne Kindelein?

Es ist das liebe Jesulein.

Sei mir willkommen edler Gast

den Sünder nicht verschmähet hast

und kommt in Elend her zu mir

wie soll ich immer danken dir?

Ach Herr du Schöpfer aller Ding

wie bist du worden so gering?

 

Dass du da liegst auf durren Gras

davon ein Rind und Esel ass!

Und wär die Welt viel mal so weit

von Edelstein und Gold bereit

so wär sie doch viel zu klein

zu sein ein enges Wiegelein.

Und jetzt singen die Engel und Hirten, die Kinder und die Ganze Gemeinde zusammen. Und auch wie die Kinder, Engel, Hirten, beschauen und bewundern wir das Kind in der Krippe liegend. Was für ein freundlicher Gott! Das liebe Kindlein in der Krippe kann uns wieder versöhnen, so bitter unsere Herzen sein mögen, so verletzt, so tragisch vielleicht wie wir uns herumschleppen im Leben. Wir haben diese frohe Botschaft. Wir dürfen nicht verrissene, zerbissene Wölfe sein, sondern Schäflein vom Lamm Gottes, wie die Kinder im Krippenspiel, wie Kinder Gottes. Denn das Christkind ist das Lämmlein Gottes.

Da haben wir die frohe Botschaft und wir können auch wie die Kinder in die Krippe gucken und mit glänzenden Augen das Christkindlein bewundern. Und Luther sagt: Merk auf mein Hertz! Dort ist unser Leben, unsere Zuflucht für und für. Mit Luther können wir sagen:

Jesu, Jesu

dein sein, aber O ewig

Liebe mich, als wie ich dich

mehr begehre ich nicht.

Auf englisch:

Jesus loves me this I know! Amen.

Pastor Peter Krey for United Lutheran Church Manteca, California.

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Written by peterkrey

December 19, 2010 at 9:30 pm

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