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Das Weihnachts Geschenk Gottes: unsere neue Geburt, December 2, 2012, Advent Heiligabend Gottesdienst zu Manteca, California

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Advent Heiligabend Gottesdienst zu Manteca, California

December 2, 2012

Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heilgen Geistes sei mit Euch allen. Amen.

Das Weihnachts Geschenk Gottes: unsere neue Geburt

Alles jetzt auf Deutsch: Wir können uns wohl wieder eine Weilchen nach Deutschland versetzen. Als Frau Christine Jenkins mich dieses Mal für unseren Hl. Abend Gottesdienst anrief, hab ich mich echt gefreut. Die Zeit war wieder da mich für den deutschen Heiligabendgottesdienst in Manteca vorzubereiten; die frohe Botschaft nochmals auf Deutsch, unserer Muttersprache zu verkündigen. Gleich hab ich meine Trompete herausgeholt und all die Weihnachtslieder gespielt, denn ich muss die Tonart und den ersten Ton richtig anstimmen, sonst geht’s für mich nicht. Aber viel wichtiger ist’s, Gott zu bitten, um die Gnade, ums Geschenk, sein Wort zu verkündigen.

Das letzte Mal klang der Weihnachtliche Satz in meinem Herzen, “Wie wird dann die Stube glänzen” also, ob das Weihnachtsgeschehen auch unsere Herzen zum glänzen bringen würde. Aber dazu gehört mehr als das glänzende Weihnachtszimmer, das schimmerde Lametta am Weihnachtsbaum, die hell leuchtenden Kerzen, und die Weihnachtsgeschenke ums Zimmer herum, wenn etwas inwendig in uns fehlt.

Als ich noch elf oder zwölf Jahre alt war, bei der Bescherung der Geschenke, hab ich mit verstelltem Lächeln meine Enttäuschung zu verstecken versucht. Mein Vater fragte mich, “Bist du auch zufrieden?”

Ich hab natürlich “Ja” geantwortet, obgleich ich ahnte, dass mir etwas fehlte und ich irgendwie mit mir selbst nicht zurecht kam.

Mein Vater hat meistens ein Paar Strümpfe und eine Schachtel “Half und Half Tobacco,” das heißt, Tabak für seine Pfeife bekommen und damit war er zufrieden. Er war auch ein Pastor und neue Einsichten für seine Weihnachtspredigt hielt er für seine Gott-gegeben Weihnachtsgeschenke, auf die er sich freute.

Am Heiligabend im Weihnachtszimmer hat er, “Ihr Kinderlein Kommet” gesungen und wir Kinder wussten, dass erst ein Gottesdienst mit der Weihnachtsgeschichte, lange Gebete, und Lieder zuvor kamen, ehe wir an unsere Geschenke kommen konnten. Bei mir war die kindische Habgier sehr stark und so waren für mich die Weihnachtsgeschenke die Hauptsache und die Weihnachtsgeschichte und die langen Gebete, halt, Nebensache. Sie lagen im Schatten der Geschenke, und dabei liess mein verkehrtes Herz mich nicht in Frieden. In einer grossen Familie kann man leicht verloren gehen, denn es gibt oft zu wenig Verständniss und Hilfe zur Selbst-Erkenntniss und ein Beharren auf Gehorsam, wo eine Bescherung von Gnade mehr angebracht wäre.

Als ein junger Prediger war ich noch sehr unreif. Manchmal hab ich von der dunklen Seite von Weihnachten gepredigt, dass Weihnachten an Konsum, Betrieb, und Kommerz verkauft war und dass Hektik von Geschenkenkauf und Weihnachtsvorbereitungen eine grosse Einsamkeit und Verlorenheit versteckte. Meine Schwestern haben sich buchstäblich mit solch Kaufen von Geschenken zu Tausenden von Dollar verschuldet und es dauerte bis zum nächsten Weihnachten um sie abzubezahlen und dann haben sie wiederum neue Schulden gemacht. Im Geschäft haben die Mitarbeiter Weihnachtsfeiern gefeiert und dann viel zu viel getrunken. Etwas fehlte ihnen, und das war zwar die Weihnachtswirklichkeit – eine Gnaden Bescherung von der frohen Botschaft, die alle Menschen wiederfahren werden. Dass diese Geburt zu Bethlehem nichts anders bedeutet, als dass Gott zu uns gekommen ist. So durch den Glauben ist Gott mit uns. In der Geburt von Jesus Christus von der Jungfrau Maria, erfahren wir die Zuneigung und Liebe und die Menschenfreundlichkeit Gottes, des Gottes, der durch Jesus auch unser Vater geworden ist.

Vielleicht hatte der Prediger selbst noch nicht die Weihnachtswirklichkeit erfahren und verstanden. Man kann aber echt von einer dunklen Seite bei der Gesellschaft sprechen, wo wir nach unser Danksagungs Tag jetzt von einem schwarzen Freitag mit Konsumwahn und gehässige Habgier hören, nicht wahr? Offentsichtlich haben viele in unserer Gesellschaft, Herzen, die  noch nicht verwandelt sind. Die Weihnachtswirklichkeit von der Alltäglichkeit einer grenzenlosen Liebe, frischen neuen Hoffnung, und einem immer stärker werdenden Glauben fehlte.

In Berlin als ich dort in der Sankt Annen Kirche amtierte, erfuhr ich, dass Bischof Scharf Weihnachten immer im Gefängniss unter den Gefangnen feierte. Über Weihnachten sind die Gefangenen immer am schlimmsten dran. Weihnachten dort zu feiern, dazu gehört ein sehr reifer und starker Glaube.

Ich wollte auch Weihnachten auf eine besonderne Art feiern. Im West Bezirk der Gemeinde gab es viele reiche Leute, die in Villen wohnten. Da war aber auch ein Waisenhaus für Jungs. So begab ich mich am Heiligabend dorthin und fragte, welch ein Geschenk ich allen geben könnte. Als Geschenk wünschten sie sich alle ins Kino zu gehen. Am Heiligabend sass ich mit ihnen im Kino und zwar auch in einen schrecklichen Horror Film. Was für ein Heiliger Abend! Ich sollte sagen, was für ein unheiliger Abend! Ich war als Pfarrer dabei, aber dieser Abend war armselig, öde, und leer.

Als ich an unser Weihnachten zu Hause gedacht hab, das Beten, die Weihnachtsgeschichte und Weihnachtspredigt meines Vaters, da schien mir unser Weihnachtszimmer fast verklärt im himmlischen Glanz. Weil die Geburt von Christus in der Krippe meines Herzens noch austand, war meine Vertretung der frohen Botschaft zu schwach um die Weihnachtswirklichkeit zu den Jungs in diesem Waisenhaus zu bringen.

Dafür muss man eben die Gnade, das heist, die neue Geburt von Christus bekommen und erfahren haben. Denn die Geburt von Jesus Christus in der Krippe unseres Herzens ist Gottes uns gegebenes Weihnachtsgeschenk, wonach wir mit (dem heligen)Apostel Paulus sagen können, “Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir” (Gal 2, 20). Denn wir Gläubigen leben in Christus, im Sohn Gottes, der für uns geboren ist, damit wir auch Kinder Gottes werden und wie Jesus uns bezeugte, einen lieben Vater im Himmel haben oder wie ein Pfarrer sagte, ein lieben „Vater Unser“ in Himmel haben. Denn durch diese Geburt, halt, wie durch unsere Taufe, schenkt uns Gott unser Vater Gnade, Hoffnung, Glaube, Zufriedenheit, Geborgenheit, und Seligkeit. Diese seelische Geschenke zu bekommen vertragt sich nicht mit Habgier. Denn Gott schenkt uns alles durch den Glauben. Wie Luther sagt, “Glaubstu, so hastu. Glaubstu nit, so hastu nit.”

Weihnachten nur als ein Fest des Kirchenjahres reicht nicht. Dass wir den Geburtstag von Jesus Christus feiern hilft uns, aber das reicht auch nicht. Im Glauben bekommen wir unsere neue Geburt in der Geburt des Sohnes Gottes. Die frohe Botschaft ist, dass wir gewöhnlichen, alltäglichen, und manchmal erniedrigten Menschen, auch wenn wir keinen Raum in unserer Herberge haben, doch im Stall, in der Krippe unseres Herzens die Geburt des Sohn Gottes erfahren und haben können. Diese neue Geburt geschieht in der Taufe des Glaubens, wodurch wir zu Kinder Gottes verwandelt werden. Anders gesagt: wie bei unserer Taufe, die neue Geburt führt durch Leiden und Schmerzen hindurch zur wahren Freude im neuen Sein. Wie Jesus sagte: „Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, dass der Mensch zur Welt geboren ist“(John 16.21). So geht’s auch bei unserer neuen Geburt.

Dann gibt’s die Weihnachtswirklichkeit für uns. Wo die Weihnachtsgeschichte unsere Geschichte wird, wo unser Leben ein Gebet, Wort Gottes, und Gottesdienst wird. Daher ist’s auch angebracht dass wir heute Heiligabend feiern, denn der Zeitpunkt ist völlig egal; unsere neue Geburt oder „Weihnachten“ könnte auch im Juli stattfinden. Denn wir feiern den Geburtstag von Jesus Christus weil Gott in seiner Geburt zu uns gekommen ist und damit in seiner Liebe und Zuneigung, wir alle auch neu geboren werden, weil mit dem Sohne Gottes auch ein neuer Ansatz vom Himmelreich auf Erden gekommen ist.

Als ich weiter im Glauben gereift bin, hab ich wieder wie ein Kind die Weihnachtsgeschichte auswendig gelernt. Vor ein paar Jahren, als ich sie dramatisch in Philadelphia aufgeführt habe, hat eine kluge, intellektuelle Frau mich für naiv gehalten, “Du hast die Geschichte erzählt, als ob du sie noch glaubst!? Keiner in der modernen Zeit glaubt sie noch.”

Wenn man in der Glaubenstaufe selbst die Geburt von Jesus Christus in der Krippe des Herzens erfahren hat, dann hat man ein Geschenk Gottes, und solch ein Ausdruck der Kritik zeigt nur, dass ihr das Verständniss für die Weihnachtswirklichkeit fehlt. In der modernen Zeit kann man am Heiligabend ins Kino gehen und auch ein Horrorfilm anschauen. Was ist für unsere moderne Zeit heilig?

Als ein Kind hab ich mehr Habgier als Seligkeit gehabt. Selig bist du, wenn du Christus in deinem Herzen hast. “Glaubstu so hastu, glaubstu nit so hastu nit.” In dieser Geburt zu Bethlehem ist uns die Menschenfreundlkichkeit des Vaters von Jesus erschienen, damit Gott mit uns, unter uns, und in uns ist, durch seinen lieben Sohn.

Jetzt weiß ich ganz genau: Die Hauptsache ist Gottes Wort, das Gebet, der Gottesdienst, die Weihnachtsgeschichte, damit Gott unser Vater uns durch seine Liebe unsere neue Geburt als Kinder Gottes wirkt. Dieses gottgegebene Weihnachtsgeschenk ist die Hauptsache, und dann als Alles-Habende, können wir mit Liebe Geschenke geben und erhalten in einer Bescherung der Gnade.

Der Friede Gottes welcher höher ist als alle mennschliche Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Fröhliche Weihnachten!

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Written by peterkrey

December 2, 2012 at 8:33 pm

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