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Macht Hoch die Tür: Advent und Hl. Abendpredigt zu United Lutheran Church in Manteca, CA 11/30/14

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Advent und Hl. Abendpredigt zu United Lutheran Church in Manteca, CA 11/30/14:

Macht Hoch die Tür

Pr. Peter D.S. Krey, Ph.D.

Wie für viele von uns war Weihnachten etwas besonderes, und auch zu Hause bei uns. Mit echten deutschen Namen, hiess mein Vater Rudolf und meine Mutter Gertrud und obwohl sie 12 Kinder haben wollten, haben sie 16 gehabt. Sie haben für uns Kinder immer etwas grossartiges und besonderes aus Heilig Abend gemacht. Daher durfte am hl. Abend keiner ins Weihnachtszimmer und den geschmückten Weihnachtsbaum sehen, ausser Vater und Mutti und gewöhnlich Ruthie und Esther, die ältesten Kinder als Gehilfinnen. Weil Vater und Mutti alle die Geschenke im Weihnachtszimmer auspackten und rund herum verteilten, haben sie für jedes Kind einen Platz im Zimmer eingerichtet. Wir mussten vor der Tür des Weihnachtszimmers stehen, und warten bis alles bereit war, die Kleinsten vorne an, die Elteren hinten; warten bis Vater die Lichter am Weihnachtsbaum angezündet hatte, und noch mehr gespannt warten, bis wir meinen Vater singen hörten, “Ihr Kinderlein Kommet, O kommet doch all.” Dann wurde die Tür zum Weihnachtszimmer geöffnet und wir durften in den Glanz des Weihnachtszimmers hinein. Wie im Alltag ging es von einem Geschupse und Drängen in der langen Schlange mit Staunen in den herrlichen Glanz des Weihnachtszimmers hinein. Es war als wuerde eine Himmelstür für uns geöffnet.

Dabei habe ich dieses Mal an unser Eingangslied, “Macht hoch die Tür, die Tor macht weit” gedacht, denn wir feiern die Geburt des Jesus Christus, des Herrn der Herrlichkeit, und seinen Eingang durch die Tür des Himmels für unsere neue Zeit, umhüllt von dem Glanz der Ewigkeit.

Dabei können wir auch denken: Das Christuskindlein ist selbst die Tür und unser Eingang und Ausgang, durch ihn wird der Glanz der Ewigkeit zu uns gebracht, denn er ist unsere Gnadensonne.

Als wir Kinder ins Weihnachtszimmer herein kamen, schauten wir uns natürlich um, denn all’ unsere Geschenke lagen im Zimmer herum im Glanz des Lichtes des Weihnachtsbaums, wo siebzehn echte Kerzen angezündet waren, ein für jedes Kind und zwei für meine Eltern. Unser Bruder, der kleine James ist mit sechs Monaten in Deutschland in einem UNRRA Lager gestorben, daher nur 17 Kerzen.

Nachdem wir gesungen haben, hat mein Vater zuerst immer die Weihnachtsgeschichte gelesen. Wir hörten die alte Geschichte von Maria und Joseph in Bethlehem und wie Gott die Tür des Himmels geöffnet und der Engel das erste Mal die Frohe Botschaft an die Hirten predigte: “Ich verkündige euch grosse Freude die allem Volke wiederfahren wird, denn in der Stadt Davids ist für euch Heute der Heiland geboren, welcher ist Jesus Christus, der Herr,” weil die Himmlischen Herrscharen der Engel sich staunend hernieder liessen und fröhlich wieder aufstiegen gen Himmel vor dem Einzug Gottes und Marien Sohn auf Erden. Nachdem sie das Christkind gesehen hatten, verbreiteten die Hirten die frohe Botschaft weiter: dass unser König nicht nur als ein Kindlein, sondern sogar als Baby Jesulein zu uns gekommen ist. Das Christkindlein Jesu ist zu uns aus dem Glanz der Ewigkeit in unsere Zeit gekommen, ja mit sich bringend den Glanz der Ewigkeit, durch die offene Tür, wo der Glanz des Weihnachtsbaums all die Geschenke beleuchtete. Im Glanz der Ewigkeit bekommen wir aber Geschenke des Heiligen Geistes.

Nachdem wir die Weihnachtsgeschichte gehört hatten, von einem Hirtem, das heisst, von einem Pastor, haben wir alle knieend gebetet. Zuerst kniete mein Vater, Rudolf, Sohn eines Bäckermeister von Lübeck und Soldat — während des Ersten Weltkriegs musste er eine Maschiengewehr Abteilung führen und dann konnte er nie eine Gemeinde lange halten; danach kniete meine Mutter, Gertrud, Tochter eines Offiziers des Deutschen-Franzöischen Krieges und Buergermeisters von Moschien, einem kleinen Viertel von Posen, damals in Polen vor dem Ersten Weltkrieg. Es dauerte ein kleines Weilchen bis wir alle gekniet haben. Traurigerweise waren es nur die Jungs die gebetet haben, nicht meine neun Schwester, aber trotzdem hat die ganze Familie inbrünstig gebetet, denn es heist: “Klopfet an, so wird euch [die Tür] aufgetan.”[1] Denn Gott hat das Gebet seines Volkes erhört: “denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter” und im Nennen des Namen Gottes, wird die Tür geöffnet: denn er heist Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.[2]

Ja, wie es in einem Lied klingt, “die Pforte des Lebens hat Gott geöffnet,” nicht nur für unser Weihnachtszimmer, sondern auch die Tür zum ewigen Leben, denn durch unsere Taufe ist das Jesukindlein in unseren Herzen geboren. Dadurch ist die Pforte des Lebens für die Fülle des Lebens, des ewigen Lebens für uns geöffnet worden.

So Macht hoch die Tür, die Tor macht weit

Geboren ist der Herr der Herrlichkkeit.

Da im Weihnachtszimmer haben wir allen inbrünstig knieend gebetet. “Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe.” So mit den Augen unseres Herzens schauen wir in die Krippe hinein und fragen:

“Wer ist der König der Ehren?” Es ist dieses Christkind, das Baby, Jesulein und da im Heu und Stroh – macht er uns froh

und liegt da so gering,

der Schöpfer aller Ding.

Machet die Tore weit und die Türen der Welt hoch, denn der König der Ehren, unser Heiland ist zu uns gekommen und bringt mit sich all die heiligen Gaben, die wir durch diese neue Geburt erlaben. (“Erlaben” ist ein altes Wort, nicht wahr, und bedeutet “erhalten.”)

Als wir beteten, blieb der Glanz nicht allein aussen im Weihnachtszimmer, sondern, besonders wenn die Türen unseres Herzens offen waren, ging der Glanz der Herrlichkeit in uns herein.

Hell erglühen die Kerzen!

O öffne unsere Herzen, lieber Heiland,

O Christkindlein, Jesu.

Und dieser heil’ge Glanz der Ewigkeit kann auch in euch hell leuchten, wenn Ihr die Türen eurer Herzen weit offen haltet, damit das Christkind einziehen kann. Denn wir singen:

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,

So diesen König bei sich hat,

Wohl allen Herzen insgemein,

da dieser König ziehet ein.

Wenn unsere Herzen die Krippe Jesuleins geworden sind, dann kommt der Weihnachtsglanz, der Glanz der Ewigkeit auch in uns, unser und euer Leben, voller Gnade und Wahrheit und Lebensfülle, denn wenn das Christkind die Pforte des Lebens für uns öffnet, dann gibt es die Quelle des Lebens, welches ist eigentlich die Liebe, denn die Göttliche Liebe wohnt jetzt in uns durch das Kindlein. Daher haben wir die Quelle des Lebens und auch die Quelle der Liebe, die Quelle der Vergebung, die Quelle der Hoffnung, die Quelle des Glaubens, die Quelle der Freude, die Quelle der Wahrheit, die Quelle der Gnade, die Quelle des Segens, die Quelle der Barmherzigkeit, die Quelle der Gerechtigkeit – denn “Heut’ schliesst er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis,” denn das Kindlein in der Krippe liegend, Marien und Gottes Sohn, hat für uns die Pforte des Lebens geöffnet, auch die Pforte des ewigen Lebens denn dieses Kindlein wird den Tod für uns überwinden.

Als Gott die Himmelstür öffnete, ist er zu uns in Bethlehem gekommen, und nicht in einem Palast des Kaisers, noch in den Hallen eines Königsschlosses,

sondern in einem armseligen Stall,

der Schöpfer von diesem ganzen Welt-all.

Was für eine geweihte Nacht! Wir beten auch inbrünstig Heute Nacht und auch in unserem Dunkel fängt ein neuer, glänzenden Tag an. Wie wir singen: “Wonne, Wonne, Christus is unsere Gnaden Sonne.”

Dies ist der Tag den der Herr gemacht:

lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein.

Ein Gnadentag von der Gnadensonne gemacht!

Und in einem andren Lied singen wir: “Diese Welt und Himmels Licht weicht hundert tausend Sonnen nicht.” Welch ein Licht!

Mit Gottes Wort machen wir die Türen Ganz weit auf, und die ewige Tür des Himmels öffnete sich und Gott spricht: “Werde Licht und es ward Licht,” denn für uns ist das Licht der Welt geboren. Das Licht der Welt ist zu Weihnachten zu uns gekommen. “Heut schliesst er wieder auf die Tür” daher durfen wir unsere Herzen nicht verschliessen.

“Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit.” Denn das Christkindlein ist die Tür, durch die wir in die Gott-gefüllte Welt alle Gott-verheissene Geschenke um uns herum bekommen können, das Geschenk des Hl. Geistes, das Gott für vorgesehen hat – wo die Welt sich ins Weihnachtszimmer verwandelt hat.

Diese Quelle der Herrlichkeit will das Christkind in uns innwohnend haben, und uns den Glanz des Lebens und der Ewigkeit geben, uns Sterblichen, denn das Leben kommt zu uns wenn wir in dieser geweihten Nacht beten:

Wie ein heller Tag in einer tief dunklen Nacht,

eine blühende Rose im kalten Winter;

grosse Freude im Leiden

und Leben im Sterben,

jetzt im Glanz der Ewigkeit.

Denn die Pforte des Lebens hat Gott für uns in der Geburt des Christkindes Jesulein aufgetan, voller Gnaden und Wahrheit.

Lasst uns das Lied noch einmal zusammen lesen:[3]

MACHT HOCH DIE TÜR

Macht hoch die Tür’, die Tor macht weit,

Es kommt der Herr der Herrlichkeit,

Ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,

Der Heil und Leben mit sich bringt,

Der halben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert,

Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,

Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Zepter ist Barmherzigkeit,

All’ uns’re Not zum End’ er bringt,

Der halben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,

So diesen König bei sich hat,

Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein,

Er ist die rechte Freudensonn’

Bringt mit sich lauter Freud und Wonn’

Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spät.[4]

_____________________________

[1] Mat 7:7.

[2] Psalm 24: Für den Namen Gottes war die Tür geöffnet.

[3] Das Lied stammt vom 24. Psalm.

[4] Von Georg Weissel (1623) Evangelisches Kirchen-Gesangbuch N. 6.

Written by peterkrey

December 1, 2014 at 11:19 am

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