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Macht Hoch die Tür: Advent und Hl. Abendpredigt zu United Lutheran Church in Manteca, CA 11/30/14

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Advent und Hl. Abendpredigt zu United Lutheran Church in Manteca, CA 11/30/14:

Macht Hoch die Tür

Pr. Peter D.S. Krey, Ph.D.

Wie für viele von uns war Weihnachten etwas besonderes, und auch zu Hause bei uns. Mit echten deutschen Namen, hiess mein Vater Rudolf und meine Mutter Gertrud und obwohl sie 12 Kinder haben wollten, haben sie 16 gehabt. Sie haben für uns Kinder immer etwas grossartiges und besonderes aus Heilig Abend gemacht. Daher durfte am hl. Abend keiner ins Weihnachtszimmer und den geschmückten Weihnachtsbaum sehen, ausser Vater und Mutti und gewöhnlich Ruthie und Esther, die ältesten Kinder als Gehilfinnen. Weil Vater und Mutti alle die Geschenke im Weihnachtszimmer auspackten und rund herum verteilten, haben sie für jedes Kind einen Platz im Zimmer eingerichtet. Wir mussten vor der Tür des Weihnachtszimmers stehen, und warten bis alles bereit war, die Kleinsten vorne an, die Elteren hinten; warten bis Vater die Lichter am Weihnachtsbaum angezündet hatte, und noch mehr gespannt warten, bis wir meinen Vater singen hörten, “Ihr Kinderlein Kommet, O kommet doch all.” Dann wurde die Tür zum Weihnachtszimmer geöffnet und wir durften in den Glanz des Weihnachtszimmers hinein. Wie im Alltag ging es von einem Geschupse und Drängen in der langen Schlange mit Staunen in den herrlichen Glanz des Weihnachtszimmers hinein. Es war als wuerde eine Himmelstür für uns geöffnet.

Dabei habe ich dieses Mal an unser Eingangslied, “Macht hoch die Tür, die Tor macht weit” gedacht, denn wir feiern die Geburt des Jesus Christus, des Herrn der Herrlichkeit, und seinen Eingang durch die Tür des Himmels für unsere neue Zeit, umhüllt von dem Glanz der Ewigkeit.

Dabei können wir auch denken: Das Christuskindlein ist selbst die Tür und unser Eingang und Ausgang, durch ihn wird der Glanz der Ewigkeit zu uns gebracht, denn er ist unsere Gnadensonne.

Als wir Kinder ins Weihnachtszimmer herein kamen, schauten wir uns natürlich um, denn all’ unsere Geschenke lagen im Zimmer herum im Glanz des Lichtes des Weihnachtsbaums, wo siebzehn echte Kerzen angezündet waren, ein für jedes Kind und zwei für meine Eltern. Unser Bruder, der kleine James ist mit sechs Monaten in Deutschland in einem UNRRA Lager gestorben, daher nur 17 Kerzen.

Nachdem wir gesungen haben, hat mein Vater zuerst immer die Weihnachtsgeschichte gelesen. Wir hörten die alte Geschichte von Maria und Joseph in Bethlehem und wie Gott die Tür des Himmels geöffnet und der Engel das erste Mal die Frohe Botschaft an die Hirten predigte: “Ich verkündige euch grosse Freude die allem Volke wiederfahren wird, denn in der Stadt Davids ist für euch Heute der Heiland geboren, welcher ist Jesus Christus, der Herr,” weil die Himmlischen Herrscharen der Engel sich staunend hernieder liessen und fröhlich wieder aufstiegen gen Himmel vor dem Einzug Gottes und Marien Sohn auf Erden. Nachdem sie das Christkind gesehen hatten, verbreiteten die Hirten die frohe Botschaft weiter: dass unser König nicht nur als ein Kindlein, sondern sogar als Baby Jesulein zu uns gekommen ist. Das Christkindlein Jesu ist zu uns aus dem Glanz der Ewigkeit in unsere Zeit gekommen, ja mit sich bringend den Glanz der Ewigkeit, durch die offene Tür, wo der Glanz des Weihnachtsbaums all die Geschenke beleuchtete. Im Glanz der Ewigkeit bekommen wir aber Geschenke des Heiligen Geistes.

Nachdem wir die Weihnachtsgeschichte gehört hatten, von einem Hirtem, das heisst, von einem Pastor, haben wir alle knieend gebetet. Zuerst kniete mein Vater, Rudolf, Sohn eines Bäckermeister von Lübeck und Soldat — während des Ersten Weltkriegs musste er eine Maschiengewehr Abteilung führen und dann konnte er nie eine Gemeinde lange halten; danach kniete meine Mutter, Gertrud, Tochter eines Offiziers des Deutschen-Franzöischen Krieges und Buergermeisters von Moschien, einem kleinen Viertel von Posen, damals in Polen vor dem Ersten Weltkrieg. Es dauerte ein kleines Weilchen bis wir alle gekniet haben. Traurigerweise waren es nur die Jungs die gebetet haben, nicht meine neun Schwester, aber trotzdem hat die ganze Familie inbrünstig gebetet, denn es heist: “Klopfet an, so wird euch [die Tür] aufgetan.”[1] Denn Gott hat das Gebet seines Volkes erhört: “denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter” und im Nennen des Namen Gottes, wird die Tür geöffnet: denn er heist Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.[2]

Ja, wie es in einem Lied klingt, “die Pforte des Lebens hat Gott geöffnet,” nicht nur für unser Weihnachtszimmer, sondern auch die Tür zum ewigen Leben, denn durch unsere Taufe ist das Jesukindlein in unseren Herzen geboren. Dadurch ist die Pforte des Lebens für die Fülle des Lebens, des ewigen Lebens für uns geöffnet worden.

So Macht hoch die Tür, die Tor macht weit

Geboren ist der Herr der Herrlichkkeit.

Da im Weihnachtszimmer haben wir allen inbrünstig knieend gebetet. “Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe.” So mit den Augen unseres Herzens schauen wir in die Krippe hinein und fragen:

“Wer ist der König der Ehren?” Es ist dieses Christkind, das Baby, Jesulein und da im Heu und Stroh – macht er uns froh

und liegt da so gering,

der Schöpfer aller Ding.

Machet die Tore weit und die Türen der Welt hoch, denn der König der Ehren, unser Heiland ist zu uns gekommen und bringt mit sich all die heiligen Gaben, die wir durch diese neue Geburt erlaben. (“Erlaben” ist ein altes Wort, nicht wahr, und bedeutet “erhalten.”)

Als wir beteten, blieb der Glanz nicht allein aussen im Weihnachtszimmer, sondern, besonders wenn die Türen unseres Herzens offen waren, ging der Glanz der Herrlichkeit in uns herein.

Hell erglühen die Kerzen!

O öffne unsere Herzen, lieber Heiland,

O Christkindlein, Jesu.

Und dieser heil’ge Glanz der Ewigkeit kann auch in euch hell leuchten, wenn Ihr die Türen eurer Herzen weit offen haltet, damit das Christkind einziehen kann. Denn wir singen:

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,

So diesen König bei sich hat,

Wohl allen Herzen insgemein,

da dieser König ziehet ein.

Wenn unsere Herzen die Krippe Jesuleins geworden sind, dann kommt der Weihnachtsglanz, der Glanz der Ewigkeit auch in uns, unser und euer Leben, voller Gnade und Wahrheit und Lebensfülle, denn wenn das Christkind die Pforte des Lebens für uns öffnet, dann gibt es die Quelle des Lebens, welches ist eigentlich die Liebe, denn die Göttliche Liebe wohnt jetzt in uns durch das Kindlein. Daher haben wir die Quelle des Lebens und auch die Quelle der Liebe, die Quelle der Vergebung, die Quelle der Hoffnung, die Quelle des Glaubens, die Quelle der Freude, die Quelle der Wahrheit, die Quelle der Gnade, die Quelle des Segens, die Quelle der Barmherzigkeit, die Quelle der Gerechtigkeit – denn “Heut’ schliesst er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis,” denn das Kindlein in der Krippe liegend, Marien und Gottes Sohn, hat für uns die Pforte des Lebens geöffnet, auch die Pforte des ewigen Lebens denn dieses Kindlein wird den Tod für uns überwinden.

Als Gott die Himmelstür öffnete, ist er zu uns in Bethlehem gekommen, und nicht in einem Palast des Kaisers, noch in den Hallen eines Königsschlosses,

sondern in einem armseligen Stall,

der Schöpfer von diesem ganzen Welt-all.

Was für eine geweihte Nacht! Wir beten auch inbrünstig Heute Nacht und auch in unserem Dunkel fängt ein neuer, glänzenden Tag an. Wie wir singen: “Wonne, Wonne, Christus is unsere Gnaden Sonne.”

Dies ist der Tag den der Herr gemacht:

lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein.

Ein Gnadentag von der Gnadensonne gemacht!

Und in einem andren Lied singen wir: “Diese Welt und Himmels Licht weicht hundert tausend Sonnen nicht.” Welch ein Licht!

Mit Gottes Wort machen wir die Türen Ganz weit auf, und die ewige Tür des Himmels öffnete sich und Gott spricht: “Werde Licht und es ward Licht,” denn für uns ist das Licht der Welt geboren. Das Licht der Welt ist zu Weihnachten zu uns gekommen. “Heut schliesst er wieder auf die Tür” daher durfen wir unsere Herzen nicht verschliessen.

“Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit.” Denn das Christkindlein ist die Tür, durch die wir in die Gott-gefüllte Welt alle Gott-verheissene Geschenke um uns herum bekommen können, das Geschenk des Hl. Geistes, das Gott für vorgesehen hat – wo die Welt sich ins Weihnachtszimmer verwandelt hat.

Diese Quelle der Herrlichkeit will das Christkind in uns innwohnend haben, und uns den Glanz des Lebens und der Ewigkeit geben, uns Sterblichen, denn das Leben kommt zu uns wenn wir in dieser geweihten Nacht beten:

Wie ein heller Tag in einer tief dunklen Nacht,

eine blühende Rose im kalten Winter;

grosse Freude im Leiden

und Leben im Sterben,

jetzt im Glanz der Ewigkeit.

Denn die Pforte des Lebens hat Gott für uns in der Geburt des Christkindes Jesulein aufgetan, voller Gnaden und Wahrheit.

Lasst uns das Lied noch einmal zusammen lesen:[3]

MACHT HOCH DIE TÜR

Macht hoch die Tür’, die Tor macht weit,

Es kommt der Herr der Herrlichkeit,

Ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,

Der Heil und Leben mit sich bringt,

Der halben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert,

Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,

Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Zepter ist Barmherzigkeit,

All’ uns’re Not zum End’ er bringt,

Der halben jauchzt, mit Freuden singt:

Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,

So diesen König bei sich hat,

Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein,

Er ist die rechte Freudensonn’

Bringt mit sich lauter Freud und Wonn’

Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spät.[4]

_____________________________

[1] Mat 7:7.

[2] Psalm 24: Für den Namen Gottes war die Tür geöffnet.

[3] Das Lied stammt vom 24. Psalm.

[4] Von Georg Weissel (1623) Evangelisches Kirchen-Gesangbuch N. 6.

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Written by peterkrey

December 1, 2014 at 11:19 am

Wie Wird Dann die Stube Glänzen, Weihnachtspredigt von 2013

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Advents- und Weihnachtsgottesdienst, 1. Dezember, 2013 United Lutheran Church, Manteca, CA

Deutsche Adventsfeier, 15. Dezember, 2013 Resurrection Lutheran Church, Oakland, CA

Lukas 2:9 und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie.

Wie Wird Dann die Stube Glänzen

Warum weiss ich nicht, aber als ich fűr diese Advents-Weihnachts Feier meine Predigt schreiben wollte, kamen mir wieder die Worte in den Sinn, „Wie wird dann die Stube glänzen.“ Ich hab zwar schon einmal davon gepredigt, aber es hat nichts geholfen. Wieder wollte ich diese Worte betrachten.

Die Worte kommen doch von einem wohl bekanntes Weihnachtslied:

1.Morgen, Kinder, wird’s was geben,

Morgen werden wir uns freu’n.

Welch ein Jubel, welch ein Leben

Wird in unserem Hause sein!

Einmal werden wir noch wach,

Heissa, dann ist Weihnachtstag!

2.Wie wird dann die Stube glänzen

Von dem grossen Lichterzahl.

Schőner als bei frohen Tänzen,

Ein geputzter Kronensaal.

Wisst ihr noch vom vor’gem Jahr

Wie’s am Heiligabend war.

Am Heiligabend war unsere Wohnstube fast verklärt. Wir hatten schimmerndes Lammetta am Weihnachtsbaum, mit siebzehn echten Kerzen, eine fűr jedes Familien-Mitglied, fűnfzehn fűr die Kinder und zwei fűr unsere Eltern. Wir konnten wohl singen, „Am Weihnachtsbaum, die Lichter brennen.“ Und dann lagen eine Menge Geschenke im Weihnachtszimmer herum. Wir haben die Weihnachtsgeschichte gehőrt mit Bibellesung und Gebet und wir haben Weihnachtslieder gesungen. Wenn ich mich an das glänzende Weihnachtszimmer errinere, muss ich an Verklärung denken – es kam mir vor wie ein wunderbares, heiliges Licht. Ein geweihtes, heiliges Leben war da in unserem Hause fűr eine geweihte und geliebte Welt. Das Christkind ist gekommen und im Christkind war Gott selbst anwesend und der Raum und die Zeit waren verklärt. Diese Verklärung kann sich durch Gläubige daher in die ganze Welt verbreiten, damit plőtzlich alle Welt und alle Menschen in einem neuen Lichte gesehen werden kőnnen, wie sie eigentlich von Gott so wunderlich geschaffen worden sind.

In der Weihnachtsgeschichte, fűr die Hirten „trat der Engel des Herrn zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie.“ Dabei sehen wir wieder, wie die Frohe Botschaft der Engel unsere Welt mit Himmlischen Licht verklärt.

So beten wir:

O Gott, du hast diese geweite Nacht im Glanz des wahren Lichtes scheinen lassen. Verleihe uns, dass wir dort im Himmel der Freude jenes Lichtes innewerden, dessen Geheimnisse du uns hier auf Erden offenbart hast. Durch unsern Herrn Jesus Christus der das wahrhaftige Licht [ist.][1]

Ich wűnsche so sehr, dass ich fähig wäre diesen Glanz fűr euch zu erläutern! Wir kőnnten auch beten: O Gott, du hast die Stube in dieser geweihten Nacht im Glanz des wahren Lichtes scheinen lassen. Dieser Glanz ist dann auch also eine leuchtende Freude innewerdend in uns.“ (Auch ein leuchtender Glaube, Gnade, Liebe, Trost und Wunder innewerdend in uns.) Der Glanz im Weihnachtszimmer kam, weil das Christkind, das Licht der Welt, mit dem himmlischen Glanz Gottes anwesend war.

Ach, nach diesem Glanz der Ewigkeit will ich jetzt etwas weiter forschen, und zwar durch die Weihnachtslieder im Evangelischen Gesangsbuch, denn ich habe fűr diese Predigt all diese Lieder durch gelesen.

In unsere dunkele Finsterniss ist das Licht der Welt gekommen.

Jochen Klepper singt,

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern/ So sei nun Lob gesungen den hellen Morgenstern! Auch wer zu Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Das Christkind treibt die Finsterniss unserer Schwermut weg mit dem Licht der leuchtenden Freude und neu geborenem Trost.

In Luthers Liedern kommt das Christkind zu uns, so zum Beispiel bei „Vom Himmel Hoch da komm ich her,“ kann man an ein kleines Kind denken, das die Krippe anschaut und sich dann auf die Zehenspitzen stellt und in die Krippe hinein guckt.

Da findet ihr das Kind gelegt,

das alle Welt erhält und trägt.

So auch in dem Luthergesang „Gelobst Seist Du, Jesu Christ:“

Der alle Weltkreis nie beschloss,

der liegt in Marien Schoss.

Er ist ein Kindlein worden klein,

der alle Welt erhält allein. Kyrieleis.[2]

In der Schőpfung spricht Gott: „Es werde Licht und es ward Licht!“ Auf Hebräisch: Yehi Or, wa Yehi Or! Weil das Christkind gekommen ist, sieht man kein Tohu wa Bohu, sondern Gottes wundervolle Schőpfung. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. „Fleisch“ in Hebräisch bedeutet „Mensch.“ Das Wort ward Mensch. Das Licht der Welt wurde Mensch und besinnt euch in welch einer lieblichen Art und Weise, als ein Kindlein, ein Baby in Marien Schoss. „Ach, mein herzliebes Jesulein,“ singt Luther.[3]

Und er singt weiter:

Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein’ neuen Schein/ es leucht’ wohl mitten in der Nacht/ und uns des Lichtes Kinder macht. Kyreileis.[4]

So im Glanz Gottes könnten wir wohl singen: „Wie wird dann die Stube glänzen!“ Und auch, im Licht unseres Glaubens, wie wird dann diese Welt durch das Christkind glänzen! „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben!“

Luther spricht őfters von einem Gnadenhimmel űber allen Gläubigen. In einem Weihnachtslied wird das Christkind „die Gnadensonne“ genannt. Dieser Glanz ist dann halt also auch die leuchtende Gnade Gottes űber uns. Im Christkind ist Gottes Gnadensonne zu uns kommen, denn er ist das Licht in dem wir das Licht sehen, wie es im Psalm 36 steht. „Bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht.“[5]

Wenn wir Raum in der Herberge unseres Herzens fűr das Baby Jesu haben, dann kőnnen wir mit Paul Gerhardt singen:

So lass mich doch dein Kriplein sein/ komm und lege bei mir ein/ und alle deine Freuden![6]

Welch ein Glanz also von leuchtender innewerdender Freude! Wenn wir seine Krippe sind, dann ist das Jesulein in uns geboren, und unsere Gnadensonne vertreibt unsere Sorgen, Sűnde, Angst und Pein, und in der Klarheit des Herrn, gibt uns unsere Gnadensonne Licht, Leben, Freud, und Wonne. Siehe welch Liebe Gott uns erweisst!

Das Christkind trägt uns unter dem Gnadenhimmel, wo wir auf-atmen, wenn wir die schőnen und warmen Strahlen unserer Gnadensonne innewerden. Und da kann unsere Schwermut und Trűbsal nicht Stand halten. In der tiefsten Nacht ist das Christkind unsere Sonnenschein,[7] denn in einem anderen Weihnachtslied heisst es: „und diese Welt- und  Himmels Licht weicht hundert tausend Sonnen nicht.“ Die ganze Strophe geht so:

Dies ist die Nacht, da mir erschienen des grossen Gottes Freundlichkeit/ das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und diese Welt- und  Himmels Licht weicht hundert tausend Sonnen nicht.[8]

Dann wird Jesu die schőne Weihnachtssonne genannt:

Drum Jesu, schőne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll.[9]

Wie wird dann unsere Seele glänzen! Ja, wenn wir in seinem Lichte wandeln, wie werden dann unsere Augen glänzen! Wie werden dann die Kinder Gottes glänzen, wie wird dann diese ganze geweihte Welt glänzen? Ich konnte mich nur an den Glanz unseres Weihnachtzimmers errinern, aber jetzt merken wir schon, dass zuvor unserer Gnadensonne, unserer Weihnachtsonne, hundert tausend betrűbte Sonnen weichen műssen! Welch ein Morgenstern! Welch eine Sonne bringt uns Gott in diesem Kind fűr uns geboren, diesen Sohn uns gegeben! Und der heisst: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst fűr uns gekommen!

Die Welt is voll von Trűbsal, Schwermut, Sorgen, Sűnden, Angst und Pein, aber in diesem Christkind will Gott bei uns sein. Der Engel des Herrn trat zu den Hirten, aber er tritt auch zu uns mit der frohen Botschaft der Geburt des Jesulein in der Krippe liegend und in Windeln gewickelt. Die Klarheit, die verklärende Klarheit des Herrn leuchtet auch űber uns, und unsere Gnadensonne, unsere Weihnachtssonne ist auch fűr uns Licht, Leben, Freud und Wonne. Auch zu unserer Weihnachtszeit im Licht des Glaubens scheint der Glanz der Ewigkeit űber uns. Unsere Gnadensonne ist geboren. In dieser heiligen Nacht ist er aufgegangen. Nun bricht an der Gnadentag und in dessen Strahlen werden wir alle glänzen. Amen.


[1] Evangelisches Kirchen-Gesangbuch: ausgegeben fűr die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg, (Verlag Merseburger Berlin GmbH, 1. Advent, 1951), Seite 27.

[2] Ibid., Seite 15.

[3] Ibid., Seite 16.

[4] Ibid., Seite 15.

[5] Ps 36:10.

[6] Evangelisches Kirchen Gesangbuch, Seite 28.

[7] Ibid., Paul Gerhardt, Seite 28, die dritte Strophe.

[8] Ibid. Seite 32.

[9] Ibid.

Andacht, a Devotion in German and English for St. Matthews Lutheran Church in San Francisco, CA July 28, 2011

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Eine Andacht für die Sanct Matthäus Gemeinde

in San Francisco, CA

28. Juli, 2011

Der Herr erlöst seine Gefangenen: Psalm 126: ein mir vertrauter Psalm. Ich hab schon ein Lied darüber componiert.

Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,

So werden wir sein wie die Träumenden.

Dann wird unser Mund voll lachens

Und unsere Zunge voll Rühmens sein.

Dann wird man sagen unter den Heiden:

Der Herr hat Grosses an ihnen getan!

Der Herr hat Grosses an uns getan;

Des sind wir fröhlich.

Herr, bringe zurück unsere Gefangenen,

Wie Du die Bäche wiederbringts im Südland.

Die mit Tränen sähen, werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen

Und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Ein Psalm kann für viele verschiede Verhältnisse verwendet werden. Einmal ist er für die Babylonische Gefangenschaft verwendet worden und dadurch waren die Worte verändert: auf Englisch heisst es: “Restore our fortunes, Oh Lord!” zuerst lauteten die Worte: Wenn der Herr unser Schicksal ins Glück verändert hat, unser Armseligkeit umgekehrt hat, dann werden wir sein wie die Träumenden. Auf Hebräisch lauten die Worte: Herr, wende die zurück, die sich von uns wenden. Dann wird unsere Niedrigkeit aufgehoben und dann genesen wir wieder.

Die Rede kann über ein Volk, eine Gemeinde, oder über eine Person sein, die tief in Unglück geraten ist. So wir können z. B. über eine Gemeinde sprechen, wie unsere. Wenn Mitglieder sich wenden und wieder zurück zur Kirche kommen, dann genesen wir und werden halt reicher. Wenn alle Leute, wenn unsere Mitglieder sich von uns wenden, dann nehmen wir ab und werden immer ärmer, nicht wahr? Auch bei der Gesellschaft, wenn Kunden sich umdrehen und heraus gehen ist es schlecht für das Geschäft.

Daher sagt’s in Hebräisch, Herr, wende zurück die die sich von uns gewendet haben, dann haben wir wieder Glück, dann wächst unsere Gemeinde wieder. Dann bringen die Mitglieder wieder Dank-Opfer, und zwar reichlich.

Damit werden wir sein wie die Träumenden, denn Gott wird die Träume unserer Gemeinde erfüllen. “Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott betreitet hat denen, die ihn lieben” (1 Kor 2:9) Wenn Gott unsere Träume erfüllt, dann werden wir Glücklich sein und lachen, tanzen, und Froh sein. Wir werden Gott loben und preisen.

Dann werden die andere Kirchen, die andere Gemeinden um uns herum sagen: der Herr hat Grosses für die Sanct Matthäus Gemeinde getan. Wenn von einer Person gesprochen wird, die sich verloren hat und sich in Jesus Christus wieder findet, d.h., Jesus sie wieder findet, und dessen Leben sich mit Segen verändert, dann merken es andere zuerst und nur danach der Mensch selbst. Man fragt, “Herr, wo bleiben alle Deine Verheissungen? Bin ich nicht auch dein Kind? Warum müssen meine Tränen immer fliesen?” Dann augen-blicklich merken es andere zuerst, das Gott eingesetzt hat, und Grossartiges an uns getan hat. Nur danach merckt es die Person oder die Gemeinde selbst. Daher sagt der Psalm: Der Herr hat Grosses an uns getan, Ja, der Herr hat Grosses für sie, für ihn für mich getan, daher kann ich froh sein, daher kann ich lachen, daher bin ich fröhlich.

Nun diese Erfüllung ist vorausgenommen, vorweg-genommen, denn der Psalm ist ein erhörtes Gebet, und wir können getrost auf Gott harren, weil wir jetzt wissen dass Gott uns erhört hat. Aber wir stehen noch davor. Daher packt der Psalmist die traurige Sache wieder an: Herr, bringe zurück die die sich von uns gewendet haben, wie die Bäche im Süden des Heiligen Landes, in der Wüste vom Negev, wo es kein Wasser gibt und alles dürre und trocken sterbend da liegt. Ein Wadi, ein Bach vollkommen ausgetrocknet. Plötzlich kommt Gottes Segen wie ein Platzregen, und all Bäche fliesen, und die Pflanzen wachsen wieder und die Wüste wird in einen grünen Garten verwandelt. So kann und wird Gott unser Glück von einer Wüste zu einem Garten verändern.

Doch manchmal gibt es Mangel, Hungersnot, wie jetzt im Somalien, Wasser mangel, kein Regen. Der Psalmist spricht bestimmt aus Erfahrung. Und doch muss man Samen bei Seite legen, obwohl es Hunger mit vielen sterbenden bedeutet. Und Alles ist so trocken, das nur unsere Tränen die Samen die wir pflanzen bewässern. Kein Regen, nur unsere Tränen die Samen die wir pflanzen bewässern! Aber “wenn der Same, das heist, das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht” (Joh 12:24).

Daher ist Christus zu uns gekommen und ist für uns gestorben und demnächst wieder auferstanden, und bringt uns die grosse Ernte, wo wir uns freuen, tanzen, und frohlocken. Wir waren verloren und siehe, jetzt leben wir, und in eine grosse Umkehrung, kommen wieder Viele zu uns. Gott wird unsere Träume erfüllen und wir werden sagen mit den anderen Kirchen. Jawohl-ja, Gott hat Grossartiges an uns getan, dessen wollen wir uns freuen. Lasst uns fröhlich sein! Amen.

Lieber Herre Gott, wir danken Dir für diese Gemeinde, diese deutsch/americanische Gemeinde, die true ein Zeugniss hier in San Francisco für Dich, Jesus Chriistus, ablegen will. Wir beten dass wir viel Segen in SF in CA und in dieser Welt verbreiten können. Stärke unseren Glauben damit wir tüchtig wachsen, und eine grosse Ernte für deinen Reich einholen können. Ja, aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust Deine milde Hand auf und sättigst alles das da lebt mit wohlgefallen. Dafür wollen wir Dir danken. Amen.

A Devotion on Psalm 126

For St. Matthews Lutheran Church, in San Francisco, CA

July 28, 2011

This is a favorite Psalm of mine that has long accompanied me along the way. I even wrote a song for it.

When the Lord restored the fortunes of Zion,

we were like those who dream.

Then our mouth was filled with laughter

and our tongue with shouts of joy.

then it was said among the nations,

“The Lord has done great things for them.”

The Lord has done great things for us,

and we rejoiced.

Restore our fortunes, O Lord,

like the watercourse of the Negeb.

May those who sow in tears

reap with shouts of joy.

Those who go out weeping

bearing the seed for sowing,

shall come home with shouts of joy,

carrying their sheaves.

A Psalm is used in many different situations and this one was used and reworded for the time of the Babylonian Captivity. But it was first a prosperity psalm, celebrating when a nation or a person comes around, but it means much more than that. Yes, when the Lord brings me around, it will be like I’m dreaming. In Hebrew there is a play on words: turn those around who are turning away, O Lord!

The Psalm can refer to a nation, a congregation, or a person, one who has become troubled and lost. We could therefore speak about a congregation, for example, this one. When members turn around and start coming back to church, then we recover and prosper. When people and members turn away from us, then we diminish and become poor. When in our store, if we had a shop, if customers turn around and go out the door, it’s bad for business.

Thus the Hebrew says, “Turn around those who are turning away.” Then our congregation starts growing and prospering again as people come laden, bringing rich thank-offerings.

Then we will think we are dreaming. God will make our dreams come true. “Eyes have not seen nor ears heard nor any heart imagined, the wonderful things that God can do for those who love him, who are called to God’s purpose!” (cf. 1 Cor. 2:9) When God makes our dreams come true, our lives become filled with laughter. We dance and sing with happiness. We praise and glorify God.

Then the other churches, the other congregations about and around us say, “The Lord has done great things for St. Matthews.” When this is about a person lost and found by Christ, a person whose life, let us say, has been changed into a blessing, then others are the first to observe it. The person him or herself is still praying: “Lord, where are all your promises? Am I not also your child? Why do I have to cry an ocean of tears?” Then in the twinkling of an eye, which others first notice, God moves into action, and they witness the great things that God has done for such a one. The person him or herself only notices it afterward. That’s why the Psalm follows with the verse: “The Lord has done great things for me,” not only for others, but also for me! And then a heart is filled with laughter, smiles, dancing and rejoicing.

Now the trouble is that the fulfillment of our dreams is still anticipated. But the Psalmist knows that God has heard his prayer and the answer is only a matter of God’s good time. We have to wait patiently and fasten our hope on God. That’s why the Psalmist prays again: “O Lord turn back those who have turned away from us.” Bring about the great reversal, your marvelous conversion.

The Psalmist uses the metaphor of the dried river beds in the desert to the south of the Holy land. Over there they call them “Wadis.” Suddenly God sends a rain shower and rushing water fills them and suddenly plants grow out of nowhere and the desert changes into a lush green garden. God can change our lives that way. God can reverse our fortunes.

But sometimes there are famines and I’m sure the Psalmist knows about them from experience. There is hunger and thirst death and dying throughout the land. Rain refuses to come and bless the earth. But seeds have to be set aside. They can’t be eaten, even though the hunger bites the gut and spells death. Everything is so dry and parched that only our tears water the seeds as we plant them: no rain, only our tears! But “unless a seed falls and is buried in the ground and dies, it stays alone. But when it dies, it bears much fruit.” (John 12:24)

That’s why Christ came down to us and died for us and thereafter was resurrected, so he could bring us a great harvest, so we can rejoice, dance, and sing. We were lost and behold we are found, we died and behold we live. And in the great conversion, many again return to us. God will make our dreams come true and we will say with the other churches: “Yes, indeed! God has done great things for us!” Let us rejoice! Amen.

Written by peterkrey

July 29, 2011 at 8:46 pm

Nicht Gehaltene Jugend Andacht von 26. Februar, 1975

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Eine Nicht gehaltene Morgen Andacht für die Jugend von der Sanct Annen Kirchengemeinde in Dahlem, Berlin

ca. 26. Februar, 1975

Wollen wir nicht zusammen singen?  #346: Verse 1 und 3

Meine Unterstreichungen in den Psalmen

     Für uns Heute Morgen, nur weil es Heute Morgen ist, wollte ich eine Andacht machen. Wir haben Gestern eine ganze Menge getan, wisst ihr. Wir haben so vielle Sichten des Glaubens angeschnitten und angenommen. Wir sind auch tief in unsere Seelen hineingedrungen und wir suchten Trost. Wir haben miteinander gesprochen und das ist nicht leicht heutzutage.

In meiner Bibel habe ich wichtige Teile in den Psalmen unterstrichen wenn sie mich angesprochen haben. Heute Morgen habe ich wieder diese Teile gelesen und wurde irgendwie wieder gehalten, obwohl man manchmal denkt dass man zu Ende gekommen ist.

Was ich gemerkt habe ist wie immer wieder vom Herrn gesprochen wird, wie er es ist der uns hilft, z. B., Von den Herrn kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden und er hat gefallen auf seinem Wege. Fällt er so stürtzt er doch nicht; denn der Herr hält ihn fest an der Hand. (Psalm 37)

Von dem Herrn haben wir wenig Gestern gesprochen und daher möchte ich euch ihn vorstellen. Er heist Jesus und ist herum gegangen und hat Viele einen Halt gegeben. Er war sehr frei und konnte auch Andere befreien von ihren Sorgen, von ihren Hemmungen, von ihren Hass und Neid und Hader. Er hat auch die Menschen so angepackt, dass sie ihn kreuzigten und er ist gestorben. Aber danach hat er Viele ins Leben gerufen, das heist, zu einem wirklichen Leben, dass Sinn hat. So, dann wie konnte es sein, dass er wirklich Tod ist?

Vielleicht wenn wir weiter kommen wollen und unsere Aussagen fassen wollen, dann müssen wir uns mit Jesus Christus unseren Herrn auseinander setzen. Denn ich habe gemerkt wie oft derr Herr in den Psalmen erwähnt wurde und wir haben ihn gestern kaum erwähnt.

Und dann meine ich dass noch etwas da drin ist. Wir müssen versuchen so zu werden. Wenn man zu Ende kommt, dann braucht man jemand und die die wir brauchen sind wir. Du wirst von jemand gebraucht, wenn der zu Ende kommt und nicht weiter kann. Wenn Du zu Ende kommst und nicht weiter kannst, dann brauchst Du jemand. Wir sind so schrecklich dran wenn wir keinen Menschen dann finden.

Wir wollen doch so werden. Wir sind so, weil wir so gemacht sind. Daher kommen wir auch so zusammen…und habt ihr nicht das Grosse gemerkt?…Wir sind nicht ausseinander gegangen.

Wir wollen neu diese Sache anpacken. Was wollen wir dort in der Gemeinde zusammen sagen? Wir werden es schon fertig bringen, denn ich habe diese Notizen wieder gelesen und wir haben so viel wichtiges gesagt. Die Leute in der Gemeinde brauchen es…sie brauchen unsere Worte….

Gebet: Dank dass wir zusammen gekommen sind, für ein Halt, dass Du uns hältst, dass Du uns nicht fallen lässt, dass unsere Schritte fest werden und wir Schritt bei Schritt weiter kommen. Amen.

Lied # 347.

Written by peterkrey

July 29, 2011 at 8:11 pm

Weihnachtspredigt für Manteca 2003, German Christmas Sermon for Manteca 2003

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Deutscher Weihnachtsgottesdienst Predigt in Manteca

Ersten Advent, Nov.30, 2003

Lukas 2:1-20.  Pastor Peter D. S. Krey, PhD.

Wir versammeln uns noch einmal um das Wort Gottes zu hören, wie die Geschichte von der Geburt Jesus Christus immer neu zu erzählen ist. Manchmal bleibt’s nicht beim Wort, sondern am Heilig Abend gibt’s auch Weihnachtslieder, manchmal ein Krippenspiel, und festliche Musik die echt durch unsere Seele dringt.

Einmal bin ich auf der Wittenberg Universität in solch einen Heilig Abend Feier gewesen, wo im heiligen Glanz des Lichts der glühenden Kerzen, der Chor in einen Engel Chor sich verwandelt hat, der Himmel öffnete sich, und im Lichte der Kerzen rief der Engelschar, Gloria in Excelsis! Und die Klarheit des Herren leuchtete um uns, und wir haben halt selbst die Geschichte erlebt, die da geschehen ist, wie uns der Engelchor kundgetan hat. Daher hilft öftermals ein Krippenspiel, weil dadurch das Wort nicht im Himmel bleibt, sondern wieder auch weiter Fleisch unter uns wird, damit die frohe Botschaft sich in unseren Herzen hinein dringt für unsere neue Zuversicht und frishe Hoffnung im Glauben.

Ja, es gibt Hirten in dieser Gegend, die hüten des Nachts ihre Herden. Manteca ist solch eine Gegend, und diese Gemeinde ist solch eine Herde, und die Engeln offenbaren die Frohe Botschaft den Hirten, die sie dann der Gemeinde offenbaren, hier wiederum auf Deutsch. Auf Deutsch, nicht wegen der Nostalgie oder Heimweh, sondern in der deutschen Muttersprache damit diese Liebe und frohe Botschaft von Gott in unser innersten Herzen ankommt. Dann bekommen wir frischer Glaube und neue Hoffnung auch hier in Californien.

Wenn wir dann weiter als das Wort gehen und die deutschen Weihnachtsliedern betrachten, erfindet sich dass Martin Luther die ersten drei Lieder des Evangelischen Kirchengesangbuches selbst gedichtet und componiert hat! Er meinte dass wenn wir diese Geschichte der Geburt Gottes echt betrachteten, dann verschmälzen wir innerlich in der Freude Gottes. Daher schrieb Luther:

Gelobet seist Du Jesus Christ,

dass du Mensch geworden bist

von einer Jungfrau, das ist wahr,

des freuen sich die Engelschar, Kyrieleis!

Und wieter!

Vom Himmel kam die Engelschar,

erschien den Hirten offenbar

sie sagten ihn ein Kindlein zart,

das liegt dort in der Krippen hart.

Und natürlich gibt es auch: “Von Himmel Hoch da komm ich her!” Das Lied stellt eigentlich ein Luther Weihnachtskrippenspiel dar.

Wenn wir Luthers Krippenlied suchen, “Away in the Manger,” dann suchen wir vergeblich, denn er hat es nicht, sondern jemand in Pennsylvanien hat es in seinem Namen gedichtet, und zwar für Luthers 400. Geburtstag in 1883. Aber es ist gans in Luthers sinn verfasst: so schlicht und einfach, so zart und intim, so vertraut und voller Liebe wie seine Lieder es sind.

Zum Beispiel, singt Luther:

Jesu, Jesu

dein sein, aber O ewig

Liebe mich, als wie ich dich

mehr begehre ich nicht.

Das erinnert an dem Psalmist: “wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden.” (Psalm 73:25)

In der deutschen Sprache können wir uns mit Luther verschmälzen und uns in dem Christkindlein verlieben und welch eine dufften Versöhnung mit Gott! Als ich in Deutschland war, haben wir immer “Duffte, duffte!” gesagt. Eine Holländerin sagte immer “Prachte, prachte!” Diese Versöhnung mit dem HerzJesulein Gottes ist echt  “Prachte, prachte!”

Der almächtiger Gott, den diese ganze Welt nicht fassen kann, ist zu uns kommen in einer armen Krippelein. Und wir dürfen das göttliche Kind beherzen und auch betrachten an der Brust der lieben Jungfrau Maria. Und die ganze Welt wird gesättigt mit diesem Kindlein an der Brust Marias, meint der Luther. Wie kann man solch grossartiges fassen? All unser Herzenshunger, all unser Seelendurst, der Hunger der Welt wird so gesättigt. Hallelujah!

Gott ist Mensch geworden um mit uns zu leiden und um alles was uns betrübt mitzutragen, nicht nur solch eine armseligen Geburt in Bethlehem, sondern auch für uns zu sterben am Stam des Kreuzes. Aber gestärkt in dieser unbeschreiblichen Freude, sagt Luther:

das Christen Herz auf Rosen geht,

wenn’s mitten unterm Kreuze steht. (WA 35:585)

Aber hier zu Weihnachten dürfen wir den Schöpfer aller Ding beherzen wie ein neugeborenes Kind. Ja, das Christkind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Welch eine heiligen Zeit, mit so viel Zuversicht und Freude vertraut, weil wir zu Gott kommen können in dem wir das Jesukindlein an seiner Mutterbrust betrachten und in dieser lieblichen Versöhnung auch gesättigt werden!

Ich glaub dass der Luther auch “Joseph, lieber Joseph mein” gedichtet und componiert hat! Auf jedem Fall hat er’s auch in seinem Krippenspiel “Vom Himmel Hoch da Komm ich her” verwendet.

Versetzen wir uns jetzt in Luther’s Krippenspiel: Maria und Joseph sitzen vorne in der Kirche und wiegen die Krippelein und Maria singt:

Joseph, lieber Joseph mein

hilf mir wiegen mein Kindelein

Gott der wird dein Lohner sein

im Himmelreich, der Jungfrauen Sohn Maria.

Und dann singt Joseph:

Gerne lieb Maria mein

helf ich wiegen dein Kindelein

dass Gott muss mein Lohner sein

im Himmelreich, der Jungfrauen Sohn Maria. (WA 35:258)

Und die frohe Botschaft in diesem Wiegenlied, in diesem Kinderlied, bringt Versöhnung in einer echten überraschenden Art und Weise: Gott das Kindlein in der Krippe, im Himmelreich, Gott Jungfrauen Sohn Marias sitzend zur rechten Gott des almächtigen Vaters. Was für ein Lohn kann uns der Schöpfer aller Ding aus seinem Himmelreich bescherren? Antwort:

Jesu, Jesu

dein sein, aber O ewig

Liebe mich, als wie ich dich

mehr begehre ich nicht.

Denn jetzt versöhnen wir uns mit ihm und – betrachten ihn froh als er da liegt – auf Heu und auf Stroh – und von uns als ein Baby beherzt wird.

Welch eine Freude muss es für Luther gewesen sein, ein Krippenspiel wie “Vom Himmel Hoch” herzustellen! Da sind Kinder. Sie sind alle aufgereizt. Der der den Engel spielt muss vorne dran. “Shshshsh, ruhig sein!” Maria und Joseph singen das Wiegen Lied. Shushushu.

Shusanni, shusanni, shusanni.

Das Kosenamen “Ninni” worde das Kindlein gegeben. Shusanni, shusanni, shusanni. Joseph lieber Joseph mein!

Dann singt der Engel mit heller Stimme:

“Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär”

So singen die Engel zu den Hirten:

Dann im fünften Vers müssen die Kinder aufpassen für ihren Zeichen hereinzukommen:

“So merket nun das Zeichen recht!”

fängt die Strophe an. So jetzt können die Kinder zur Krippe wo Joseph und Maria und die Engel schon singen. Und nun singen die Kinder mit:

“Lasst uns fröhlich sein und mit den Hirten gehen hinein.”

Und als die Kinder zur Krippe kommen gucken sie in die Krippe hinein und bewundern das Christkindlein. Und Luther meint das wir auch mit den Kindern in die Krippe gucken dürfen, und wie die Kinder das Christkindlein bewundern:

Merk auf mein Herz und seh dorthin

was liegt dort im Krippelein?

Wes ist das schöne Kindelein?

Es ist das liebe Jesulein.

Sei mir willkommen edler Gast

den Sünder nicht verschmähet hast

und kommt in Elend her zu mir

wie soll ich immer danken dir?

Ach Herr du Schöpfer aller Ding

wie bist du worden so gering?

 

Dass du da liegst auf durren Gras

davon ein Rind und Esel ass!

Und wär die Welt viel mal so weit

von Edelstein und Gold bereit

so wär sie doch viel zu klein

zu sein ein enges Wiegelein.

Und jetzt singen die Engel und Hirten, die Kinder und die Ganze Gemeinde zusammen. Und auch wie die Kinder, Engel, Hirten, beschauen und bewundern wir das Kind in der Krippe liegend. Was für ein freundlicher Gott! Das liebe Kindlein in der Krippe kann uns wieder versöhnen, so bitter unsere Herzen sein mögen, so verletzt, so tragisch vielleicht wie wir uns herumschleppen im Leben. Wir haben diese frohe Botschaft. Wir dürfen nicht verrissene, zerbissene Wölfe sein, sondern Schäflein vom Lamm Gottes, wie die Kinder im Krippenspiel, wie Kinder Gottes. Denn das Christkind ist das Lämmlein Gottes.

Da haben wir die frohe Botschaft und wir können auch wie die Kinder in die Krippe gucken und mit glänzenden Augen das Christkindlein bewundern. Und Luther sagt: Merk auf mein Hertz! Dort ist unser Leben, unsere Zuflucht für und für. Mit Luther können wir sagen:

Jesu, Jesu

dein sein, aber O ewig

Liebe mich, als wie ich dich

mehr begehre ich nicht.

Auf englisch:

Jesus loves me this I know! Amen.

Pastor Peter Krey for United Lutheran Church Manteca, California.

Written by peterkrey

December 19, 2010 at 9:30 pm

Manteca Weihnachts Predigt, Manteca Christmas Sermon, 2010

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Lukas 2:1-20:  Die Weihnachtsgeschichte

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.
Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Landpfleger in Syrien war.
Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Manteca Weihnachtspredigt

Jesaja 9:1-6 Titus 4:4-8 John 1:1-14 Lukas 2: 1-20

November 28, den Ersten Advent, 2010

Recht herzlich möchte ich mich bedanken, dass ich Euch wieder Gottes Wort predigen kann, und zwar wenn ich gut rechne, dann ist es jetzt das zehnte Mal. Wenn Deutsch unsere Muttersprache ist, dann freuen wir uns die Geschichte der Geburt Jesus Christus wieder auf Deutsch hören zu können, weil ich bei mir sicher bin, dass viele von uns die Geschichte als Kinder auswendig aufgesagt haben, (wie ich sie jetzt eben vorgetragen habe). Damals mussten wir als Kleine tüchtig paucken, nicht wahr? Aber heute hören und singen wir wieder so gern all die alten, schönen Weihnachtslieder, welch solch eine Freude für uns ist. Am Weihnachtsbaum brennten die Lichter und bei den Kindern, wie strahlten die Gesichter! Bei uns Deutsch-Amerikaner ist Weihnachten ein grosser Feiertag!

Ja, als Kinder konnten wir echt singen: „Wie wird dann die Stube glänzen. Welch ein Glanz! Der Weihnachtsbaum hatte hell-brennende, wirckliche Kerzen bei uns zu Hause. Unser Jesaja text sagt dass wir uns feuen über die Geburt unseres Königs, so wie man sich freut bei einer Ernte oder wenn man Beute austeilt. (Dieser letzte Satz versteht noch nicht was Christus, der Friedensfurst bedeutet, nicht wahr?) Wir könnten mit Jesaja weiter sagen: wir freuen uns wie wenn die Beschehrung der Geschenke zu Heiligabend statt fand!

Dieser Glanz der Ewigkeit, dieser Glanz der zugleich die Weihnachtsfreude in uns anzündet, kommt weil das Licht der Welt für uns gekommen ist, Jesus Christus, unser König, der das drückender Joch unserer Sünde zerbrochen hat und der Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung, und das heist, alle Ungerechtigkeit unter den Völkern tilgen wird. In dieser Geburt die wir zu Weihnachten feiern ist Gott selbst in seinem Sohn zu uns gekommen und durch Jesus Christus wird Gott selbst über aller Völker des Erdkreises regieren. Denn er ist nicht nur Juden König, sondern auch der König aller Völker, aller Nationen. König des Erdreichs, wie des Himmelreichs! Christus ist der Herr!

Ja, der Herr Christus, der Herr ist für uns geboren und ich predige damit wir glauben und gläubig mit unser Leben ihm untertänig werden. Denn Gottes Sohn vom Himmelreich zu uns kommen, ist im Bethlehem für uns geboren. Daher sieht der Prophet Jesaja ein grosses Licht in der Finsterniss kommen; daher wächst der Jubel laut, denn unser Herr Christus ist geboren. Gott der Vater hat uns seinen Sohn geschenkt als unser sonderbarer König. Daher jauchsen wir.

Denn uns ist ein Kind geboren,

ein Sohn ist uns gegeben und

jetzt ruht die Herrschaft auf seinen Schultern

und seine Thron-Namen heissen

Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Furst!

Dadurch erfüllte Gott sein Versprechen, dass der Thron des Hauses Davids ewig bestehen würde.

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Gottes Sohn wurde ein Mensch und ist zu uns gekommen und wir haben eben wieder diese überrasschende Geschichte gehört, wie dieses Ereignis geschehen ist.

Der Vorgang ist ohne weiteres geschichtlich, denn wir überliefern den Glauben an den wahren Gott der uns in unserem Leben begegnet. Cyrenius war der Landfleger von Syrien und der römischer Kaiser war Augustus. Nun folgendes müssen wir wissen: Erstens, eine Frohe Botschaft oder Evangelium ist damals ausgegangen wenn ein Kaiser einen Sohn hatte oder ein König wie Herodas im Palast einen Sohn hatte. Durch solch eine Geburt würde ein Königreich weiter bestehen.  Diese frohe Botschaft ist aber nicht für einen Kaiser, sondern Christus, Gottes Sohn selbst verkündigt. Gottes Sohn ist selbst zu uns gekommen um uns den Weg des Lebens zu zeigen. Dazu, Zweitens, hat damals eine frohe Botschaft oder Evangelium oft eine gewonne Schlacht verkündigt, dadurch ein Königreich gerettet war. Daher bedeutet die frohe Botschaft in der Schrift, dass Christus, das Licht der Welt, die finstere Weltmächte überwinden würde und durch sein Kreuz den Sieg davon tragen würde.

Überraschender weise hat Gott keine adliche und hoch-habende Leute der Zeit erwählt, sondern eine unangesehene Magd namens Maria, und Joseph ist ihr treu gewesen, obwohl sie schon schwanger war. Dann ausgerechnet zu dieser Zeit mussten sie aufbrechen and nach Bethlehem reisen, wahrscheinlich zu Fuss, denn ein Esel ist in der Schrift garnicht erwähnt, weil Joseph diese Schätzung auch erfüllen musste, um auch seinen Zins zu bezahlen. Und wie wir wissen, wann sie ankamen gab es kein Raum mehr in der Herberge und sie mussten diese heilige Nacht in einem Stall mit dem lieben Vieh verbringen.

Eine menge Menschen haben Unterkunft und genügend Speise in der Herberge gefunden, aber für eine hoch schwangere junge Frau gab es keinen Platz. Was für eine verkehrte und Fühlungslose Welt!

Daher musste Maria einen Futter Trog der Tieren benutzen für eine Krippe. Was für eine Nacht mussten Maria und Joseph durch machen! Im Dunkeln, ohne Wasser, ohne Licht, ohne Hilfe hat sie Gottes Kind in die Welt gebracht. Luther meint dass sie vielleicht ihre eigene Unterwäsche zerreisen musste um das Kind in Windeln einzuwickeln. Was für eine Nacht mussten sie durch machen bis Maria das Kindlein in die Krippe gelegt hatte.

Wir fragen: wo war denn Gott? Wo war Gott als die Jungfrau solches durchmachen musste – ohne Wasser, ohne Licht, ohne Hilfe! Wenn wir uns ein wenig besinnen, dann haben wir die Antwort. Gott lag da, nackt und bloss in jener Krippe.

Mit Luther können wir sagen, “Ach Herr, Du Schöpfer aller Ding, wie bist Du worden so gering!“ So sehr wollte uns Gott seine Liebe erweisen. Luther singt weiter: Da ist er und „liegt auf dürren Gras, davon ein Rind und Esel ass.”

Wenn wir auch hier in unser Leben leiden und von der Hartherzigkeit unseren Mitmenschen unsere Stellungen und Arbeit verlieren, unser Haus dazu und Obdachlos werden, dann fühlen wir uns absolut ungeholfen. Wenn wir eine schwere Nacht durch machen müssen, dann können wir gedenken dass diese Nacht, die heilige Nacht war. Gott selbst ist mit uns und bei uns – denn Maria und Joseph waren nicht allein – bei ihnen jetzt war doch der kleine Jesulein!

Und obwohl da kein Platz war in der menschlichen Herberge, und obwohl Maria und Joseph garnicht damals gesehen waren, war Gottes himmlisches Herz weit und breit offen für sie und Gott konnte sie garnicht aus seinen Augen lassen. Gott sieht die Menschen die unsichtbar für ihre Mitmenschen sind, die unsichtbar für die Welt sind. Daher wählt er ausgerechnet unangesehene, gewöhnliche Nachtarbeiter, nämlich, die Hirten, für seine frohe Botschaft. Über sie hat sich der Himmel geöffnet. Ja, über Hirten, die ihre Herden hüteten des Nachts.

Keine Zeitung, keine Zeitschrift hat eine Zeile davon gehabt. Nein, des Herrn Engel selbst trat zu den Hirten und gaben ihnen die frohe Botschaft die aller Welt wiederfahren würde. Heute sind diese Worte nachdrücklich wahrzunehmen, denn fast zwei Tausend Jahre danach in Manteca, Californien; weit, weit entfernt von Bethlehm, hören wir auch diese frohe Botschaft: Ein Heiland ist euch geboren, welcher ist Christus der Herr in der Stadt Davids. Das habt für Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Plötzlich ershienen die Menge des Himmlischen Heerscharen: die mussten aus dem Himmel kommen, weil ihr König jetzt bei Maria und Joseph auf Erden war. Der liebe Bengel, der König aller Engel!

Die Engel sind die ersten die die frohe Botschaft, das Evangellium verkündigten, und dann tun es die Hirten, dann auch wir, denn Hirten sind wir alle, wie wir hier in unserer Liturgie sagen. Der Name „Pastor“ bedeutet nur „Hirte“ auf Latein. So singen wir alle mit den Engeln, „Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Wir lassen diese Verkündigung der frohen Botschaft tief in unseren Herzen dringen, so tief dass Christus hl. Geburt mit unserer sündhaften Geburt geweckselt wird. Durch den Glauben schenkt uns unser lieber Herr Gott seine hl. Jungfrauliche Geburt, damit die liebe Maria unsere eigene Mutter wird, Jesus unser lieber Bruder, und Gott selbst

im Himmel unser lieber Vater. Was für eine frohe Botschaft, welch ein Weihnachtlicher Glanz, Welch ein Licht, wenn wir merken dass so gewöhnlich und unangesehen wie wir sind, wir selbst in Marias Schoss gewogen, gekoselt, und geliebt sind und durch Christus Geburt Gottes Kinder schon hier auf Erden werden; ja, schon sind. Amen.

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rursch ins Neue Jahr wünsche ich Euch allen!   Pastor Peter Krey

A Manteca Christmas Sermon (A Translation from the German)

Isaiah 9:1-6 Titus 4:4-8 John 1:1-14 Luke 2: 1-20

For the First Advent, November 28th 2010

Let me thank you right heartily for asking me to preach God’s Word for you again for this German service, for if I have counted right, this is the tenth time. When German is our mother tongue, then we love to be able to hear the story of the birth of Jesus Christ again in German and I’m pretty sure some of you also had to recite the Christmas story by heart, (the way I just recited it for you by heart). I remember as a child it took some real concentration and endless repetition. Here again today we hear and sing our old and beautiful German Christmas carols, which give us so much joy. On the Christmas tree we always had so many candles with light, which made the children’s faces bright! For German-Americans Christmas is still an important celebration.

Yes, as children we sang, “How the (Christmas) room will soon glisten!” What marvelous rays of light! Our Christmas tree at home had brightly burning, real candles on it. Our Isaiah text says that we rejoice because of the birth of our new born king like those who reap the harvest or those who divide up booty from a war. (The last sentiment does not yet understand what it means, that Christ is the Prince of Peace, don’t you think?) But to Isaiah we can add that we rejoice like when on Christmas Eve the sharing of the Christmas gifts takes place.

The radiant light from eternity, this sparkle and glistening light that ignites the joy of Christmas within us, comes to us because the Light of the World has come to us. Jesus Christ, our King, is the one who has broken the yoke of sin from around our necks and who will do away with war, exploitation, oppression, and that means all injustice among the nations. In this birth that we celebrate at Christmas, God himself has come to us in his Son and through Jesus Christ. God himself reigns over all the countries the whole earth around, because Christ is not only the King of the Jews, but he is also Lord of all the nations. Jesus Christ is Lord!

Yes, the Lord Christ, the Lord is born for us and I preach to you so that you believe, you have faith, and we all subject ourselves and our lives to our sovereign Lord. We’re celebrating that God’s Son has come down to us from Heaven and is born for us in Bethlehem. That’s why the Prophet Isaiah sees a great Light appearing in and vanquishing the darkness. That’s why a growing acclamation becomes louder and louder. That’s because our Lord Christ was born. God the Father gave us his Son, our very special King as a present. That is why we rejoice. Because unto us a child is born, unto us a son is given and now the government rests on his shoulders and his four throne names are Wonder-Counselor, God’s Champion, Eternal Father, and Prince of Peace. Thereby God fulfilled his promise that the throne of David would remain forever.

The Word became flesh and dwelt among us. God’s Son became a human being and has come to us and we have just heard the surprising story once again, how all these things came to pass.

The events that took place are completely historical. The faith that we pass on is faith in the one, true God, who encounters us in our real lives. So Quirinius was the governor of Syria and Augustus was the Roman Caesar. Now we have to know that the Good News or the Gospel was proclaimed in those days first of all, when Caesar had a son or a king like Herod had a son in his palace. Because of such a birth a kingdom enjoyed and celebrated its continuity. But Luke’s Good News or Gospel is not for a Caesar, but for Christ, because God’s Son himself was coming to rule over us in order to show us the way of life. Secondly, in those days the Good News or Gospel usually proclaimed a victory won in battle, which saved the life of a kingdom. So the Good News in the scriptures proclaims that Christ, the Light of the world has overcome the powers of this world’s darkness. By the cross, Christ won the victory.

Surprisingly, God did not choose nobility or some wealthy person, but an ordinary maid called Mary, and Joseph remained true to her, even though she was already pregnant. And of all times, precisely at this time, they had to get on the road and head for Bethlehem, and the scriptures does not mention a donkey, so they probably had (a seven day) walk, so that Joseph could be registered for taxation. And we all know when they arrived in Bethlehem there was no room for them in the inn and they had to spend the holy night in a stall with the dear animals.

A great many people had found lodging and provisions enough in the inn, but there was no room for a woman, who was very pregnant and about to go into labor. What a wrong-headed, uncaring, and insensitive world!

Because of that Mary had to use the animal’s food trough for a crib. What a night Mary and Joseph must have had! In the darkness, without water, without light, without help she brought God’s Child into the world. Luther thinks she may even have had to tear up her own undergarments in order to have the cloths in which to wrap up the baby. What a night she must have had to get through before she could lay the baby into the crib!

We may well ask, where was God? Where was God when the virgin had to go through all the hardships of that night? She was in the darkness, without water, without light, without help! But if we stop and think a bit, then we can come up with the answer. God lay there naked and exposed in that crib!

With Luther we can sing, “O God, you the creator of all things, you have become as tiny as anything.” That’s how much God wanted to show his love for us. Luther continues, “There he is, lying on the hay and grass, from which had eaten the cow and ass.”

When we suffer in our lives here in this world because of the hard-heartedness of our fellow people, say we lost our job, our house as well, and we have become homeless, we can get to feeling absolutely helpless. When we have to get through a really hard night, then we have to realize, that that night was the Holy Night. God himself is with and by us at these times and Mary and Joseph were not alone, with them was the little baby Jesus.

And although there was no room for them in the inn, and although Mary and Joseph were quite invisible to the people there, God’s big heavenly heart was wide open for them and God could in no way have left them out of his sight. God sees precisely those who are invisible to those in the world around them. That’s why he chooses precisely unseen and ordinary people, namely shepherds who are working the nightshift, for his Gospel, his Good News. It is over them that the heavens opened. Yes, over the shepherds who in the fields watched over their flocks by night.

There were no headlines in the papers, no magazine articles. No, the angel of the Lord himself came to the shepherds and proclaimed the Good News to them that would be heard by all, by people around the whole world. These words have come true, because here we are almost two thousand years later and in Manteca, California; a place very, very far from Bethlehem, and we hear the Good News: “A Savior to you is born this day, in the city of David, Christ the Lord. And this will be a sign unto you: you will find the babe wrapped in swaddling cloths and lying in a manger.” And suddenly throngs of angels burst out of heaven: they had to come out of heaven of course. Their king was now with Mary and Joseph on earth. The little babe, the King of all the angels!

The angels were the first who proclaimed the Good News, the Gospel and after that it was the shepherds and then it’s us, because we are all shepherds (as our liturgy says). “Pastor” is, of course, the Latin word for shepherd. So we all now sing with the angels, “Glory to God in the highest, peace on earth, good will to all!”

We have to allow the proclamation of the Good News to go deep into our hearts, so deeply that we receive the holy birth of Christ in exchange for our sinful birth. Through faith our dear Lord God gives us the gift of his virgin birth, so that dear Mary can become our own mother, Jesus our own brother, and the dear God in heaven our own very Father. What Good News! What radiant beams of Christmas light, what a light for the world, when we realize that as ordinary and unseen as we are, we ourselves can be rocked, dandled, and loved on Mother Mary’s lap and through the birth of Christ we can already be God’s children here on earth. Amen.

The following is the Prayer of the Church in German:

Algemeines Kirchengebet Manteca Nov. 28, 2010

Lieber Herre Gott, wir bitten Dich für all die hier sich

heute in deinem Wort versammelt haben,

dass Du sie segnest zu dieser Weihnachtszeit,

dass Du ihnen himmlische Geschenke geben wirst –

ein starker Glaube, frohe Hoffnung, und inbrünstige Liebe.

Wir gedenken besonders George und Martha Nelson, Hildegard Anderson,

Ester Paul und Heidi Petschauch. Lass sie und uns in deiner Liebe ruhen.

Sei Du uns Sünder gnädig:

Herr, erhöre unser Gebet!

Lieber Herre Gott, wir bitten Dich für Frieden in unserer

Zeit. Komme Du zu uns Du Friedens-Furst, damit Blut-

vergiessen, Krieg, Hader, und Streit zu Ende kommen –

besonders in Afghanistan, Iraq, Nord und Süd Korea,

und zwischen Israel und den Palistinenser.

Lasse die Sonne deines Angesichts über uns aufgehen,

damit wir wieder in Frieden leben können und auf

Lebens erfüllung wieder hoffen können.

Sei Du uns Sünder gnädig:

Herr, erhöre unser Gebet!

Lieber Herre Gott, wir bitten Dich für die Leidenden in

Haiti, dass sie wieder so bald wie möglich in stabilen Häuser

einziehen können, die Cholera und besonders ihre Armut überwinden.

Wir bitten auch für die Obdachlosen unter uns, auch für die Arbeitslosen,

für die die ihre Häuser verlieren. Hilf lieber Herre-Gott, dass die niedergeschlagene

Welt-Wirtschaft sich wieder erholt, und die Völker wieder genesen können.

Sei Du uns Sünder gnädig:

Herr, erhöre unser Gebet!

Lieber Herre Gott, wir bitten Dich für die Kranken unter

uns, auch alle Flüchtlinge unserer Krieg-zerissene

Welt, für die Gefangenen im Gefängnis, so wohl als

alle die seelisch leiden, die die heilsame Salbe von

Deinem Hl. Geist brauchen.

Sei Du uns Sünder gnädig:

Herr, erhöre unser Gebet!

Lieber Herre Gott, wir danken Dir dass Du zu uns in Jesus Christus gekommen bist und in dieser bösen Zeit uns für unsagbare Güte gerettet hast. Ja, komm Herr Jesus zu uns und erfülle die Krippe unseres Herzens!

Wir beten das Gebet unseres Herren: Vater unser….

Written by peterkrey

November 28, 2010 at 6:50 am

Ansprache für die Bestattung von Frau Elsa Haack am 2. September, 1974, die Sanct Annen Kirche zu Dahlem

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Liebe Verwandte und Freunde der Verstorbene,

Wir versammeln uns Heute morgen weil Frau Elsa Haack von hinnen gegangen ist in die Ewigkeit. Wir wollen uns zusammen setzten hier öffentlich, um uns mit ihren Tod selbst zurecht zu finden. So gesagt ist unser Ziel zu hoch gesteckt, aber wir möchten doch von ihr Abschied nehmen, wissend dass für uns sterblichen Menschen es ein endgültiger Abschied sein muss. Wir hoffen auf Gott, der Diesseits und Jenseits der harten Todes Grenze waltet, und wollen ihn auch in dieser Stunde danken für seine Gnade, denn unser Leben bekommen wir aus seiner Hand, und ihm sind wir gehörig, und auch nach dem Tode nicht verloren. Daher wollen wir auch ein Wort betrachten, ein Gottes Wort.

Aus Römer 14 7 ff. lautet unser Text :

Denn unser keiner lebt sich selber,

und keiner stirbt sich selber.

Leben wir so leben wir dem Herrn;

sterben wir so sterben wir dem Herrn.

Darum wir leben oder sterben,

so sind wir des Herrn.

Denn dazu ist Christus gestorben

und wieder lebendig geworden,

dass er über Tote und Lebendige Herr sei. (14.7-9)

Was sagt dieser Text? Obwohl wir uns das Gegenteil hier auf Erden vortäuschen, keiner lebt sich selber und keiner stirbt sich selber. Aus der Liebe Gottes leben wir. Unser Leben und Dasein sind in sein ewiges Dasein gepflanzt. Und darin können wir Trost finden. Denn im Sterben sehen wir wie wir selbst verfallen und vergessen oft dass unser Leben eigentlich nicht aus uns selbst kommt, sondern aus Gott.

Wir leben und sterben auf dem Herrn hinzu. Er ist unser Ziel. Er ist Endpunkt, aber darin auch unser Anfang: unser A und O, und von ihn wissen wir, dass Er ein grosser Erlöser und Befreier ist.

Der Tod kann diese Glaubens-Tatsache nicht verändern. der Tod als letzter Feind ist besiegt und gefangen genommen worden und muss jetzt den Fürst des Lebens dienen. Wenn wir manchmal sagen, ihr Tod hat für sie eine Erlösung bedeutet, dann meinen wir dass ihr Herrn Jesus Christus sie erlöst hat. Der Tod von selbst ist ein Greuel und kann uns nicht erlösen. Denn wir wissen dass wir die Ewigkeit gehören und der Tod wiederspricht diese Glaubens-Tatsache – in solch einer lauten Stimme hier auf Erden, dass wir Angst haben es zu glauben. Darum wir leben oder wir sterben gehören wir dem Herrn der Ewigkeit, Diesseits und Jenseits dieser harten Grenze.

Wenn wir versuchen diese ewige Seite in uns zu leugnen, dann versuchen wir nur Teilweise zu sein wer wir sind. Realistisch wird man. Es gibt eine infantile Art wo wir nicht unser eigenem Sterben und daher begrenzte Existenz akzeptieren können.[1] Es gibt auch eine primitive Art wo wir unsere Veränderung und die Veränderung unsere Verhältnisse in den Jenseits hineinschieben, ohne unser Diesseits ernst zu nehmen. Aber so realistisch wie man sein kann, beseht unserer Verwandsschaft mit dem ewigen Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus.

Wir können getrost in diesem Rahmen die sterbliche Elsa Haack gedenken….Und jetzt hat der dunkele Engel nicht seine Vorzeichen geschickt, sondern er selbst ist gekommen und hat sie von den Menschenkindern weggerissen.

Aber dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden um Herr über die Toten und die Lebendigen zu sein. Vor seiner gewaltigen Liebe, uns am Kreuz bewiesen, kann der grausamer Tod nicht Stand halten. Er kann uns nur unsere Grenzen mitteilen um uns realistisch zu machen und dadurch fähiger machen aus Gott zu leben, und nicht aus uns selbst. Daher können wir getrost sein und auf die Lebensfülle bei unseren Herrn hoffen. Nicht nur für Elsa Haack, dessen Sarg Heute vor uns steht, sondern auch für uns selbst, die wir solch Liebe brauchen um die schmerzhafte Grenzen, die wir ausgesetzt sind, akzeptieren zu können.

[1] Manchmal möchte man am Ostern sagen, ihr kommt zur Kirche um vom ewigen Leben zu hören, wie eine gewisse religiöse Lebensversicherung.  Das ist nicht hier zu bekommen. Leute die ihr eigenes Leben und Sterben nicht ernst nehmen und Gott auch nicht, wollen infantil glauben, dass sie immer und ewig leben werden. Doch werden wir all sterben. Wir haben Tage, Stunden, Wochen, Manate, Jahren. Die die das nicht wahr haben wollen, wollen eigentlich Gott sein. Sie wollen nicht Gott gegenüber stehen in der schmerzhaften Unterschied zwischen sich selbst und Gott, zwischen Menschen und Gott, der Unsterbliche. Sie wollen eigentlich aus sich selbst leben.

Written by peterkrey

August 11, 2009 at 5:05 pm